Kreditkartengesellschaft kündigt Webshops Verträge
Die Kreditkartengesellschaft Euro Kartensystme hat rund 500 Händlern die Verträge zum 30. Juni gekündigt.
Die Kreditkartengesellschaft Euro Kartensysteme hat rund 500 Händlern die Verträge zum 30. Juni gekündigt. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung kam die Kündigung am Freitag per Post. Die Gesellschaft Euro Kartensysteme, die die Eurocard herausgibt und auch die Abwicklung von Kreditkartenzahlungen übernimmt, begründet die Kündigung mit einem kürzlich veröffentlichten Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH). Demnach muss das Kreditkartenunternehmen dem Händler auch dann das fällige Geld überweisen, wenn der Karteninhaber den Kauf im Online-Shop bestreitet. Dies könnte für Visa, Eurocard & Co. sehr teuer werden, denn der Betrug mit Kreditkarten im Internet hat in den letzten Jahren massiv zugenommen.
Betroffene Händler sprachen von einem "Schlag gegen den Mittelstand". Sie müssen sich schleunigst nach neuen Payment-Methoden umsehen, um ihre Shops weiterbetreiben zu können. Der Wettbewerber CitiCorp, der ebenfalls Visa und Eurocard vertreibt, plant nach Informationen der Süddeutschen Zeitung derzeit keine Kündigungen gegenüber Webshops. Langfristig wollen die beiden großen Kreditkartenanbieter die Betrügereien im Internet mit einer zusätzlichen Passwort-Abfrage in den Griff bekommen. Mit den Bezahlverfahren "Verified by Visa" und dem Eurocard-Pendant "Secure Code" könnten sie den Händlern künftig die Zahlung garantieren. Die Umsetzung steckt allerdings noch in den Kinderschuhen. (hod)