SER auf dem Wege der Besserung

Die Neustädter Softwareschmiede SER hat im Verlauf ihres Insolvenzverfahrens einen Fortschritt zur Bestandssicherung erzielt.

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Von
  • Hans-Peter SchĂĽler

Die Neustädter Softwareschmiede SER hat im Verlauf ihres Insolvenzverfahrens einen Fortschritt zur Bestandssicherung erzielt. Die Gläubigerversammlung der existenzbedrohten SER Systems AG hat zugestimmt, dass die SER Solutions Deutschland GmbH durch das bisherige Management übernommen wird, heisst es in einer Mitteilung. Auch die beteiligten Finanzpartner haben diese Maßnahme offenbar abgesegnet. In der Folge erscheinen etwa 270 Arbeitsplätze für die Vermarktung und Weiterentwicklung der hauseigenen Produkte für Knowledge-Management, Dokumenten-Management und Archivierung, darunter auch der so genannten SER Brainware, vorerst im Bestand gesichert.

Das mit einstmals 2000 Mitarbeitern fünftgrößte Softwarehaus Deutschlands hatte bereits seit Längerem mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen und steht nicht erst seit dem Insolvenzantrag vom Juli zudem unter massivem Beschuss, dass sich das Management bei mehreren Verkäufen von Unternehmensbereichen illegal bereichert habe. Diesbezügliche Strafanträge von Seiten der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) sind nach wie vor anhängig, wie deren Vorsitzender Klaus Schneider gegenüber heise online erläuterte. Auf die Initiative der SdK, Geschädigte der vermeintlichen Untreue des SER-Managements zu einer Interessengemeinschaft zu formieren, haben sich laut Schneider bis August 250 bis 300 SER-Aktionäre gemeldet.

Indes ist jetzt notariell beurkundet, dass die SER Solutions Deutschland GmbH keinerlei gesellschaftsrechtliche Beziehungen mehr zur maroden SER Systems AG unterhält, sodass die verbliebenen Beschäftigten auch unabhängig vom Verfahrensausgang bei der Staatsanwaltschaft Koblenz für den Fortbestand ihrer Arbeitsplätze Hoffnung schöpfen dürfen. Aufträge in Millionenhöhe sollen jedenfalls schon für für dieses Jahr vorliegen. (hps)