Krieg in der Ukraine könnte Meteorologen vor Datenprobleme stellen

Klimawandel, intensive Trockenperioden und Starkregen nehmen zu. Zur Vorhersage sind weltweite Daten nötig, deren Erhebung der Ukraine-Krieg einschränken kann.

vorlesen Druckansicht 16 Kommentare lesen
Gewitter

(Bild: dpa, Bernd März)

Lesezeit: 2 Min.
Von
  • dpa

Wegen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine fürchten Meteorologen Probleme bei der Gewinnung ihrer Daten. "Wir brauchen für verlässliche Vorhersagen flächendeckende Daten. Wir können schlecht mit blinden Flecken arbeiten", sagte der Vorsitzende der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft, Prof. Clemens Simmer, der Deutschen Presse-Agentur. Die Zusammenarbeit mit Russland sei im Moment durch eingeschränkte Kommunikationskanäle schwierig.

Noch kommen die Daten aus Russland und den Gebieten der Ukraine ohne Kampfhandlungen über die von den UN vereinbarten Kanäle. "Fehlen Daten aus diesem riesigen Gebiet, würde sich das deutlich auf die Qualität der Vorhersage auswirken", betonte Simmer. Zur Zeit sei der Kontakt zu den Kollegen in Russland schwierig. Dabei habe die Meteorologie in der Vergangenheit auch zu Zeiten des Kalten Krieges stets funktioniert.

Am Montag (21. März) beginnt in Leipzig die 8. Tagung der Meteorologischen Gesellschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Dabei präsentieren und diskutieren mehr als 350 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Fachleute aus der Praxis die neuesten Erkenntnisse und Fragen aus allen Bereichen der Meteorologie sowie der Klimaforschung. Die Tagung dauert bis zum 25. März.

Videos by heise

Meteorologe Simmer wies auch auf die Bedeutung des Klimawandels für den Wasserkreislauf hin. Insgesamt betrachtet gebe es zum Beispiel bei uns weniger Niederschläge im Sommer, mehr im Winter und auch längere Trockenperioden. "Aber gleichzeitig gibt es immer wieder heftige Starkregenereignisse, deren Auftrittsorte und Zeiten nur schwer vorhersehbar sind", erläuterte Simmer.

Um Ereignisse wie im vergangenen Sommer im rheinland-pfälzischen Ahrtal exakter vorherzusagen, benötige es auch ein dichteres Radarnetz. "Wir brauchen insbesondere für die dort aufgetretene Niederschlagsart mehr Messungen aus dem unteren Teil der Atmosphäre, bis zu einer Höhe von einem Kilometer", erklärte Simmer. Dazu habe es bereits einen Vorstoß in Deutschland gegeben und die Ereignisse im Ahrtal könnten einen neuen Anstoß geben. Der Ausbau des Radarnetzes sei aber sehr kostenintensiv.

(bme)