Infogrames verteidigt Schließung der Diskussions-Foren
Die Schließung der Foren beim Spiele-Publisher Infogrames verärgert die Nutzer; die Firma wehrt sich gegen die Vorwürfe in einer Petition für die Wiedereröffnung der Foren.
"Die Foren sind das Rückgrat einer funktionierenden Spieler-Gemeinschaft", begründet ein User seinen Eintrag in die Petition für die Wiedereröffnung der Infogrames-Foren. Damit unterstützt er wie derzeit auch knapp 130 andere Spieler die Initiative von Adelpha.de, eine vom Spiele-Publisher Infogrames offiziell unterstützte Outcast-2-Fanseite. Nach Meinung von Adelpha.de stünden den Fans für Fragen oder Anregungen nur noch die teure Telefon-Hotline und der oftmals nur in eine Richtung funktionierende Weg per E-Mail zur Verfügung. Die deutsche Niederlassung von Infogrames hat ihre Entscheidung, die Diskussionsforen wegen angeblicher technischer Probleme vorerst abzuschalten, jedoch verteidigt.
"Aufgrund eines Redesigns der Webseite und anschließenden technischen Problemen mussten wir die Foren offline nehmen. Hinzu kam eine personelle Umstrukturierung: Martin Szynamnski, ehemals Community-Betreuer, hat in das Marketing gewechselt", sagte Michael Wetzel, Sprecher bei Infogrames, gegenüber heise online. Der Einwand, dass Publisher und auch Entwickler außer Infogrames ein Forum betreiben, hält Wetzel für falsch. "Es ist einfach nicht wahr, dass jedes Unternehmen solch eine Kommunikationsplattforum anbietet." Seiner Ansicht nach ist auch noch keine endgültige Entscheidung über das Forum gefallen.
Für die Verfasser der Petition könnte offenbar keine Begründung diese Entscheidung rechtfertigen. "Wir sind der Meinung, dass sich Infogrames mit diesem Schritt selber ins Bein sägt, da in den Foren sehr vielen Anwendern schnell und kompetent geholfen wurde", heißt es im Aufruf. Einige ehemalige Forenleser nutzen das Webformular der Onlinepetition, um Infogrames abzuurteilen: Da ist von einer erbärmlichen Entscheidung, Kappung der Verbindung zu den Fans und sogar einem Armutszeugnis für Infogrames die Rede.
Immer wieder musste sich Infogrames Kritik von den eigenen Fans gefallen lassen. So erntete das Unternehmen für die Verkaufsversion von Heroes of Might and Magic IV harsche Kritik, da selbst simple Mehrspielermodi fehlten. Zuvor sorgte die deutsche Niederlassung des französischen Publishers mit dem Verbot einer unerlaubten Übersetzung von Civilization III für Unruhe. (daa)