Berater hatten Qwest vor Bilanztrick gewarnt

So groß kann die Überraschung nach der SEC-Entscheidung über "Swap-Deals" gar nicht gewesen sein -- Arthur Andersen hatte schon im Jahr 2000 davor gewarnt.

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Von
  • Torge Löding

"Unser Name ist Hase" -- unter diesem Motto hatten die Top-Manager beim US-Telecom-Unternehmen Qwest noch vor kurzem auf die Schelte der US-Börsenaufsicht SEC reagiert. Die SEC hatte es für ungültig erklärt, sogenannte "Swap-Deals" als Umsatz in der Bilanz auszuweisen. Das sind Geschäfte, bei denen sich beispielsweise zwei Telecom-Unternehmen gegenseitig Leitungskapazitäten mit gleichem Wert verkaufen, aber beide die Summe als Umsatz verbuchen -- obwohl es sich ja nur um ein Tauschgeschäft handelt. Global Crossing und Qwest hatten zum Beispiel im Jahr 2001 so einen Deal im Gegenwert von 100 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Qwest-Manager zeigten sich von dieser Entscheidung überrascht, mussten die Bilanzen der vergangenen zwei Jahre aber deshalb erneut korrigieren.

So groß kann die Überraschung aber gar nicht gewesen sein. Das Wall Street Journal berichtete jetzt von einer Analyse der Wirtschaftsberater von Arthur Andersen LLP vom 4. Oktober 2000. Bereits zu diesem Zeitpunkt stuften sie die Praxis von Qwest, "Swap-Deals" als Umsatz zu verbuchen, als riskantes Unterfangen ein. (tol)