Kraftstoffpreise: Statistisches Bundesamt liefert wöchentlich offizielle Zahlen

Am 20. März kostete ein Liter Diesel 2,16 Euro, 0,50 Euro mehr als einen Monat davor. Das Amt berichtet nun regelmäßig die Preise auch für andere Kraftstoffe.

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Ein Liter Diesel fĂĽr 1,42 Euro, so viel kostete er zuletzt im September 2021.

(Bild: Aral)

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Das Statistische Bundesamt will ab sofort wöchentlich Tagesdurchschnittspreise für Diesel, E5 und E10 veröffentlichen. Die Daten dafür würden von der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe (MTS-K) beim Bundeskartellamt bereitgestellt, teilte das Amt mit. "Damit reagiert das Statistische Bundesamt auf den Bedarf nach aktuellen und zuverlässigen Daten zu Kraftstoffpreisen aus fachlich unabhängigen Quellen", sagte Georg Thiel, der Präsident des Statistischen Bundesamtes.

Entwicklung der Kraftstoffpreise in Deutschland seit Anfang 2021.

(Bild: Statistisches Bundesamt)

Am 20. März 2022 lag nach der am Freitag vorgelegten Statistik der Tagesdurchschnittspreis für Diesel an der Tankstelle bei 2,16 Euro pro Liter, dabei sind alle gesetzlichen Abgaben berücksichtigt, teilte das Statistische Bundesamt mit. Am 20. Februar 2022, vier Tage vor dem Angriff Russlands auf die Ukraine, war der Liter Diesel noch 50 Cent günstiger. Für Super E5 lag der Preis am 20. März bei durchschnittlich 2,14 Euro gegenüber 1,80 Euro einen Monat vorher, der Preis für Super E10 stieg von 1,74 auf bei 2,09 Euro. Vor einem Jahr kostete ein Liter Diesel noch 1,32 Euro, Super E5 1,52 und Super E10 1,46 Euro.

Die Durchschnittspreise der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe basieren auf bundesweiten Preismeldungen von öffentlich zugänglichen Tankstellen, erläutert das Statistische Bundesamt. Demnach melden knapp 15.000 und somit ein Großteil der in Deutschland existierenden Tankstellen Änderungen der öffentlichen Preise für die Kraftstoffe E5, E10 und Diesel in Echtzeit an die MTS-K. Die einzelnen Preise fließen gleichgewichtet in die Durchschnittspreisberechnung ein. Nicht enthalten in den Daten sind Preise von Kraftstoffen, die zu Sonderkonditionen angeboten werden, wie z.B. über Flottenkartenverträge.

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Als das Erdöl nach einem starken Preisanstieg wieder etwas günstiger wurde, hatte vorige Woche Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck das Bundeskartellamt gebeten, ein Auge auf die Preisentwicklung an den Tankstellen zu werfen. "Es darf nicht sein, dass Unternehmen aus der jetzigen Situation unangemessene Gewinne schlagen", hatte Habeck betont. "Wenn es dafür Hinweise geben sollte, etwa auch beim Vergleich mit den Preisbewegungen in anderen EU-Ländern, werden wir gesetzgeberische Maßnahmen vorbereiten, um dem Bundeskartellamt eine bessere Marktüberwachung bei den Kraftstoffen zu ermöglichen."

(anw)