Umfrage: Homeoffice belastet viele Menschen mental und körperlich

Die Kombination aus psychischen und physischen Belastungen erhöhe die Gefahr von langwierigen Krankheiten und Burnout, meint der TÜV-Verband.

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Ein Mann belegt das Homeoffice zweier Kinder.

(Bild: Sharomka/shutterstock.com)

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Die durch die Coronavirus-Pandemie forcierte Arbeit zu Hause führt bei so manchen Arbeiternehmerinnen und Arbeitnehmern zu psychischen und körperlichen Beschwerden. In einer Umfrage des TÜV-Verbands unter 1507 erwachsenen Erwerbstätigen haben 30 Prozent angegeben, dass sie sich oft allein oder isoliert fühlen. Als psychische Belastung empfinden 12 Prozent die Arbeit im Homeoffice häufig.

65 Prozent der Befragten gaben laut TÜV-Verband an, dass sie sich bei häufiger Arbeit im Homeoffice zu wenig körperlich bewegen, und 37 Prozent haben während längerer Phasen der Heimarbeit an Körpergewicht zugelegt. 51 Prozent der Befragten haben einen ergonomisch eingerichteten heimischen Arbeitsplatz mit Bürostuhl, Schreibtisch, externer Tastatur und großem Bildschirm.

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Vor dem Auslaufen der Homeoffice-Pflicht am 20. März 2022 arbeiteten 23 Prozent der Befragten ausschließlich im Homeoffice oder mobil. Weitere 21 Prozent gaben an, dass sich bei ihnen Homeoffice und das Arbeiten im Unternehmen abwechseln.

"Nach zwei Jahren Pandemie mit langen Homeoffice-Zeiten sind viele Arbeitnehmer körperlich und mental angeschlagen", sagt André Siegl, Arbeitsschutzexperte des TÜV-Verbands. Die Kombination aus psychischen und physischen Belastungen erhöhe die Gefahr von langwierigen Krankheiten und Burnout. Arbeitgeber sollten nach Siegls Meinung jetzt die Arbeitsorganisation an die neuen Gegebenheiten anpassen, also die arbeitsrechtlichen Regelungen zum mobilen Arbeiten, die Ausstattung der Homeoffice-Arbeitsplätze und die Gestaltung der Arbeit in den Büroräumen.

Der TÜV-Verband meint, eng getaktete Videokonferenzen, wenige Pausen und die fehlenden persönlichen Kontakte führten zu Erschöpfung, Gereiztheit oder Gefühlen der Isolation. Die Arbeitszeit nehme zu, da Laptop und Diensttelefon oft bis in die späten Abendstunden eingeschaltet seien. Und wenn tägliche Arbeitswege wie der Gang oder die Fahrt mit dem Rad zur Arbeit wegfielen, mache Homeoffice dick.

Eine Umfrage der KKH Kaufmännische Krankenkasse unter 1002 Erwerbstätigen mit Büroarbeitsplatz hatte kürzlich ergeben, dass 61 Prozent der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, die ihren Bürojob schon einmal von zu Hause oder einem anderen Ort aus erledigt haben, damit überwiegend positive Erfahrungen machten, etwa 25 Prozent negative.

(anw)