Louise Otto: Datenanalysen für das perfekte Bier
Wie braut man das perfekte Bier? Das Unternehmen One Logic hat eine ganze Menge Daten analysiert und daraus ein Bier kreiert. Der Name stammt von einer KI.
(Bild: Lutz Labs / c't)
Normalerweise beschäftigt sich das Passauer Unternehmen One Logic unter anderem mit der Optimierung der Supply Chain für den Handel, die Beschäftigung mit dem Brauhandwerk ist eher einer (Bier-)Laune geschuldet. Ein vorhandenes Rezept zu nutzen war dem Unternehmen, das seine Kompetenz in der Analyse von Daten sieht, jedoch zu einfach.
Zunächst suchten die Passauer nach Daten. Fündig wurden sie bei den Machern der App Untappd, die eine riesige Datenbank mit Bierbewertungen verkauften. Darin stecken etwa Informationen, wo welches Bier getrunken wurde, ob von einem Mann oder einer Frau, wie alt die Trinkenden sind oder wie sie das Bier bewertet haben.
Die One-Logic-Mitarbeiter analysierten die Daten und suchten nach Bieren, die einer angenommenen Zielgruppe von etwa 30-jährigen Menschen in der Umgebung der Unternehmensstandorte Frankfurt, München und Passau gut schmecken. In Zusammenarbeit mit der Hallertauer Lohnbrauerei Urban Chestnut suchten die Macher nun nach dem passenden Bier. Als Grundlage nahm der Brauer das hauseigene Zwickel, ergänzte es jedoch mit etwas mehr Stammwürze und Grünhopfen – das mag die anvisierte Zielgruppe laut Analyse lieber.
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KI schlägt Namen vor
Bei der Namenssuche kam eine NLP-Analyse (Natural Language Processing) ins Spiel. Diese ergab, dass der Name möglichst aus zwei Wörtern mit vier Silben bestehen sollte, auch Angaben zu Tonalität und Anzahl der Vokale lieferte die Analyse. Zudem suchten die Mitarbeiter nach Bieren, die sich zwar gut verkaufen, die jedoch in der App eine eher schlechte Bewertung erhalten – hier könnte der Name eine Rolle spielen.
Aus den Vorschlägen wählten die One-Logic-Mitarbeiten dann den Namen Louise Otto aus, einer Mitbegründerin der bürgerlichen deutschen Frauenbewegung. Das Etikett hingegen wurde auf geradezu konventionelle Weise von einem Grafiker des Unternehmens gestaltet.
Nicht für den Verkauf bestimmt
Im Handel wird das Bier nicht erhältlich sein, One Logic will es vor allem für Marketingzwecke und natürlich für interne Events einsetzen. Insgesamt 4400 Flaschen hat das Unternehmen brauen lassen, bis Jahresende ist es haltbar. Der Autor dieser Meldung hat auch eine Flasche auf dem Schreibtisch stehen, kann aber zum Geschmack noch nichts sagen – kein Alkohol in der Fastenzeit. (ll)