Prozess gegen WEF-Hacker eingestellt
Der in Genf inhaftierte Hacker, der Anfang vergangenen Jahres die Server des Weltwirtschaftsforums (WEF) geknackt hatte, ist wieder auf freiem FuĂź.
Der Prozess gegen den als "WEF-Hacker" bekannt gewordenen David S. aus Bern ist eingestellt. Anfang vergangenen Jahres hatte der damals 20-jährige die Server des Weltwirtschaftsforums (WEF) geknackt. Der Teilzeit-Informatiker wurde daraufhin von der Genfer Polizei verhaftet, nachdem diese festgestellt hatte, dass er die Ports der WEF-Server von seinem Rechner aus gescannt hatte.
Bereits in ihrer Sonntagsausgabe berichtete die Neue Zürcher Zeitung (NZZ), dass der Berner Untersuchungsrichter Hermann Fleischhackl nicht nur das Verfahren eingestellt hat, sondern auch den Kanton Bern sämtliche Kosten aufbürdet sowie David S. den Lohnausfall für seine Zeit in der Untersuchungshaft mit 2.000 Franken (knapp 1367 Euro) vergütet.
Dem Angeklagten hatte nicht nachgewiesen werden können, dass er sich beim Hacker-Angriff auf den Server des World Economic Forum (WEF) bereichern wollte oder Daten zerstört habe. Dem Hacker können laut Anklagekammer auch kein Missbrauch von Scheck- oder Kreditkarten zur Last gelegt werden. In einem Interview hatte der mutmaßliche Täter politische Motive für den Hack geltend gemacht. Zudem sei der geknackte Zugang zum Server nicht mit einem Passwort geschützt gewesen. Bei dem Hack waren Daten und Kreditkartennnummern von WEF-Teilnehmern kopiert und auf eine CD-Rom gebrannt worden.
Nach seinem Sieg spottete David S. über den Genfer Untersuchungsrichter Marc Tappolet, der vergangenes Jahr seine Verhaftung angekündigt hatte. "Mit den 2.000 Franken gründe ich eine Stiftung zur Förderung der Informatikkentnisse bei Untersuchungsrichtern", zitiert ihn die NZZ. Nach der Verhaftung des 20-jährigen hatte vergangenes Jahr eine Gruppe von Globalisierungskritikern das Büro der Grünen Partei besetzt. Richter Tappolet ist Mitglied dieser Partei. (tol)