Microsoft misst die Vertrauenswürdigkeit der Mitarbeiter
Wie vertrauenswürdig die Angestellten in Bezug auf Datenschutz und die Privatsphäre der Kunden sind, will der Redmonder Softwarekonzern durch eine Fragebogenaktion ermitteln.
Ernst, sehr ernst will Microsoft nach eigenen Aussagen die von Bill Gates im Januar ausgegebene Losung zum vertrauenswürdigen Computereinsatz (Trustworthy Computing) nehmen. Anscheinend ist man in Redmond aber der Ansicht, dass die große Softwarefabrik mit größerem Vertrauen der Verbraucher nur rechnen kann, wenn sie bis auf das kleinste Rädchen durchleuchtet ist. Deshalb startet Microsoft ein Programm zur "Messung" der Vertrauenswürdigkeit der einzelnen Mitarbeiter in Bezug auf den Datenschutz und den Umgang mit der Privatsphäre der Kunden.
Der "Privacy Health Index" auf einer Skala von 0 bis 1 soll laut Medienberichten durch Fragebögen ermittelt werden, die auf die jeweiligen Tätigkeitsbereiche zugeschnitten sind. Daraus will Microsoft für jeden Firmenteil einen Gesamtindex errechnen, aus dem ersichtlich sein soll, wie diese Sicherheitsbedenken und Datenschutz handhaben. Für das Konzept, das bis Mitte 2003 in allen Winkeln des Unternehmens durchgeführt sein soll, ist unter anderem der Konzerndatenschutzbeauftragter Richard Purcell verantwortlich.
Neu ist diese Methode bei Microsoft nicht. In den 90er Jahren gab das Unternehmen Fragebögen an seine Mitarbeiter aus, um deren Produktivität und Übereinstimmung mit den Zielen ihrer Gruppe zu ermitteln. Beim "Privacy-Index" soll es nicht bleiben. Drei weitere Indizes zu den Bereichen Sicherheit, Zuverlässigkeit und Beständigkeit sollen ihn zum "Trust-Index" ergänzen.
Durch die Messaktion will der Redmonder Riese vermutlich inwendig nach Reibungen Ausschau halten und nach außen Signale setzen. Denn trotz der von Bill Gates ausgegebenen Parole "Sicherheit hat Vorrang" gab es immer wieder Bedenken über die Datenschutzpraktiken bei Microsoft, zum Beispiel beim Authentifizierungs-Service Passport. (anw)