Bundesarchiv bietet Online-Verzeichnis zu SED-Unterlagen
Mit dem neuen Service soll sich ein Besuch beim Bundesarchiv besser planen lassen.
Ein Verzeichnis von früher streng geheimen SED-Unterlagen kommt jetzt ins Internet. Ab kommenden Montag präsentiert das Bundesarchiv erstmals online eine Übersicht zu Unterlagen über die DDR-Führungsspitze. Darin wird dann zum Beispiel die Liste der Sitzungen des Politbüros von seiner Gründung bis 1960 mit allen Tagesordnungspunkten und ein Findbuch zu den dort nicht behandelten Vorlagen angeboten. Dazu kommen Papiere über Massenorganisationen wie die FDJ (Freie Deutsche Jugend), den FDGB (Freier Deutscher Gewerkschaftsbund) und die Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft. Auch Nachlässe von Politikern wie Walter Ulbricht sind in der Übersicht enthalten.
Mit dem neuen Online-Angebot erscheinen nun ausführliche Beschreibungen für die Bestände des Bundesarchivs im Internet: Informationen über die Entwicklung der Regierungen und zentralen Behörden seit 1871, über deren Leiter und die Akten und Aufzeichnungen, die auf ihren Schreibtischen entstanden. Dazu soll sich in Erfahrung bringen lassen, wie ihre Unterlagen heute im Bundesarchiv benutzt und ausgewertet werden können. In der nächsten Zeit werden weitere Online-Findbücher erstellt, die mit der Beständeübersicht verlinkt werden und direkt zu den Akten hinführen sollen.
Interessenten sollen sich so rund um die Uhr von zu Hause aus einen Überblick über die Bestände verschaffen und damit einen Archivbesuch besser planen können, sagte Bundesarchiv-Präsident Hartmut Weber. Für die Materialien gebe es keine Sperrfristen. Die Original-Unterlagen können dann im Lesesaal des Bundesarchivs eingesehen werden. (anw)