Schnellere Roboterhand
Inspiriert von der menschlichen Hand, haben Forscher der Columbia University Algorithmen entwickelt, die Robotergreifer naturähnlicher machen.
Roboter können heutzutage zwar schon erstaunlich viel. Um aber auch im Alltag wirklich nützlich zu sein, mangelt es ihnen noch an der nötigen Fingerfertigkeit: Die Art und Weise, wie sie mit ihren Metallhänden Gegenstände greifen, ist noch zu unbeholfen. Forscher der Columbia University in New York wollen das nun ändern, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.
Bei ihrem Vorhaben ließen sich die Roboterforscher Peter Allen und Matei Ciocarlie von der Biologie inspirieren: Obwohl eine menschliche Hand 20 Gelenke und damit im Prinzip 20 Freiheitsgrade in der Bewegung hat, können sich die Gelenke nicht völlig unabhängig voneinander bewegen. Muskeln und Nerven verbinden sie jeweils mit einigen anderen.
In der Steuerung von komplexen Roboterhänden versuchte man bislang jedoch, alle Freiheitsgrade auszunutzen. Dadurch wird die Berechnung einer Handbewegung aufwendig, was den Roboter langsamer macht. Allen und Ciocarlie beschlossen daher, den Bewegungsablauf zu vereinfachen, indem sie ihn der menschlichen Hand nachempfanden und bestimmte Gelenke miteinander koppelten. Die hierzu eingesetzten Algorithmen erwiesen sich als schneller und effizienter, ohne dass die Funktionen der Roboterhand vermindert worden wäre. Sowohl in Simulationen als auch in praktischen Tests konnten so erfolgreich ein Weinglas, eine Karaffe, ein Telefon, ein Modellflugzeug oder ein Aschenbecher ergriffen werden.
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(bsc)