Dresdner Chiphersteller ZMD baut in den USA aus
Das "Zentrum fĂĽr Mikroelektronik Dresden" hat im vergangenen Jahr mit etwa 700 Mitarbeitern rund 68 Millionen Euro umgesetzt, davon zirka 40 Prozent in den USA.
Der Chiphersteller Zentrum für Mikroelektronik Dresden (ZMD) hat am 24. Juni seine US-amerikanische Hauptgeschäftsstelle in Melville (Bundesstaat New York) eröffnet. Damit sollen die unternehmerischen Aktivitäten besonders in den USA ausgeweitet werden, teilte das Unternehmen am heutigen Mittwoch in Dresden mit. Die Firma hat im vergangenen Jahr mit etwa 700 Mitarbeitern rund 68 Millionen Euro umgesetzt, davon zirka 40 Prozent in den USA.
ZMD produziert Halbleiter vor allem für die Automobilindustrie, die Kommunikationsbranche und Medizintechnik. Nach eigenen Angaben ist das Unternehmen Weltmarktführer bei Infrarot- und Hörgeräte-Chips. ZMD hat bereits zwei US-Dependancen in San Diego (Kalifornien) und Madison (Wisconsin). Entgegen dem Branchentrend erwarte das Unternehmen in diesem Jahr Umsatzsteigerungen auf 75 Millionen Euro. Sie sollen sich nach weiteren Investitionen von rund 150 Millionen Euro in Ausrüstungen und Software bis 2006 auf 200 Millionen Euro erhöhen. Im Januar hatte ZMD den geplanten Börsengang auf Grund des weltweit angespannten Halbleitermarktes auf mindestens zwei Jahre verschoben.
ZMD hat eine 41-jährige Unternehmensgeschichte. 1961 gründete der Physiker Werner Hartmann in Dresden die Arbeitsstelle für Molekularelektronik Dresden (AMD). 1999 wurde das Unternehmen an die Sachsenring AG (Zwickau) privatisiert. Inzwischen hält die Beteiligungsgesellschaft Global Asic GmbH (Dresden) mit 83,6 Prozent die Mehrheit. Der Freistaat Sachsen ist seit kurzem mit zehn Prozent beteiligt. 6,4 Prozent hält die Industriekreditbank (Düsseldorf). (dpa) / (jk)