Staatsanwalt im Esser-Verfahren selbst unter Druck
Bei den Ermittlungen gegen den frĂĽheren Mannesmann-Chef Klaus Esser droht dem DĂĽsseldorfer Generalstaatsanwalt Lothar Sent nach Informationen des Handelsblatts (Donnerstagsausgabe) selbst ein Ermittlungsverfahren.
Bei den Ermittlungen gegen den früheren Mannesmann-Chef Klaus Esser droht dem Düsseldorfer Generalstaatsanwalt Lothar Sent nach Informationen des Handelsblatts (Donnerstagsausgabe) selbst ein Ermittlungsverfahren. Wie die Zeitung berichtet, gehe die Generalstaatsanwaltschaft Köln zurzeit Hinweisen nach, dass Sent möglicherweise Dienstgeheimnisse an Pressevertreter verraten hat.
Der Sprecher des Kölner Generalstaatsanwalts, Gerhard Bönning, sagte der dpa am Mittwoch dazu, man sei mit der Prüfung noch nicht fertig; das werde in etwa zwei bis vier Wochen der Fall sein. Bislang habe seine Behörde aber keine Erkenntnisse über besondere Indizien, die den Düsseldorfer Generalstaatsanwalt belasteten. Der Verteidiger von Klaus Esser hatte eine Strafanzeige unter anderen gegen Sent wegen Verletzung des Dienstgeheimnisses gestellt, da dieser Tatsachen aus dem Ermittlungsverfahren gegen Esser an Journalisten weitergegeben haben soll.
Die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach hatte das Verfahren eingestellt. Auf die Beschwerde der Verteidigung Essers gegen die Einstellung hatte das Düsseldorfer Justizministerium die Überprüfung des Vorgangs dem Kölner Generalstaatsanwalt übertragen. Nach Angaben des Handelsblatts soll Sent laut Zeugenaussagen im März 2001 das Nachrichtenmagazin Spiegel insgeheim vorab über seine Absicht informiert haben, gegen Esser und andere ein Ermittlungsverfahren einzuleiten.
Bei den Ermittlungen der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft gegen Esser geht es um den Verdacht der Untreue oder der Beihilfe zur Untreue in besonders schweren Fällen. Esser soll im Zusammenhang mit der Übernahme des Mannesmann-Konzerns durch die britische Vodafone etwa 60 Millionen DM erhalten haben. (dpa) / (wst)