Man sieht sich: Videotelefonie im Netz
Videotelefonie übers Internet ist nicht nur preiswert, sondern hat mit aktueller PC-Software auch einen brauchbaren Qualitätsstandard erreicht.
Papa ist auf Dienstreise und winkt dem Sohnemann Gute Nacht, die Freundin im Auslandspraktikum hat nur noch halb so viel Heimweh -- und wie sieht überhaupt die neue Frisur aus? Es bedarf nicht viel Technik, damit der abendliche Tratsch nicht mehr am Telefon, sondern per Videoübertragung von einem Computer zum anderen stattfindet. Außer einem Netzzugang und einer billigen PC-Kamera mit Mikrofon brauchen beide Gesprächspartner nur noch ein geeignetes Programm, damit sie sich weltweit sehen und hören können -- in durchaus ordentlicher Qualität.
Die laufenden Kosten der Videotelefonie beschränken sich auf die günstigen Online-Tarife, welche meist noch weit unterm Ortsgesprächtarif liegen, bei vielen Flatrate-Besitzern sogar entfallen. Bereits mit einer ISDN-Verbindung lassen sich mit den meisten Programmen Gespräche in ordentlicher Qualität führen. Noch besser fallen die Ergebnisse freilich bei höheren Bandbreiten, etwa T-DSL-Leitungen, aus.
Microsoft liefert mit allen Windows-Versionen bereits ein beliebtes Software-"Videofon" mit: NetMeeting. Der designierte Nachfolger heißt Windows Messenger, ist eine Kombination aus Videotelefon und Instant-Messenger, und arbeitet nur unter Windows XP. Was diese beiden Programme im Vergleich zu sieben anderen zwischen 0 und 40 Euro taugen, klärt ein ausführlicher Testbericht in der aktuellen c't. Wichtig für Anwender in Firmennetzen oder privaten LANs: Ein Praxisartikel zeigt, wie man die bei der Videotelefonie verwendeten Protokolle auch an Firewall und Internet-Router vorbei überträgt.
Eltern, die mit ihren Kindern videotelefonieren wollen, sollten allerdings aufpassen: Einige Programme bieten Chat-Räume an, in denen sich Teilnehmer zum Cybersex treffen. Der Passwortschutz, der Kindern den Zugang zu solchen Räumen versperren soll, hat sich im Test als weitgehend unbrauchbar erwiesen. Es gibt aber auch Programme, die man bedenkenlos einsetzen kann, weil sie keinen Zugang zu solchen Chat-Räumen ermöglichen oder einen Kontaktaufbau zu "fremden" Benutzern erst gar nicht erlauben. (se)