France Telecom verhandelt weiter über Schulden von MobilCom

"Es wird keine neuen Zahlungen an MobilCom geben", betonte ein France-Telecom-Sprecher.

vorlesen Druckansicht 4 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.
Von
  • dpa

France Telecom verhandelt weiter über die Schulden von MobilCom. Ein Sprecher des französischen Telekommunikationskonzerns dementierte am Freitag in Paris Medienberichte, wonach es mit MobilCom eine weitgehende Einigung auf einen Schuldenerlass von rund 7,5 Milliarden Euro gibt und eine weitere Zahlung über 485 Millionen Euro ansteht. "Unsere Position hat sich nicht geändert", sagte France-Telecom-Sprecher Bruno Janet der dpa. "Wir verhandeln weiter mit den Banken über eine Umwandlung der MobilCom-Schulden. Wir hoffen auf einen baldigen Abschluss."

Die Gläubiger sollen für die MobilCom-Schulden dafür in France-Telecom-Aktien wandelbare Anleihen erhalten. Dabei ginge es um die 4,7 Milliarden Euro Kredite der Gläubigerbanken und die 1,1 Milliarden Euro Kredite der beiden großen MobilCom-Lieferanten Nokia und Ericsson. Durch diese Lösung werde die Schuldenlast von France Telecom nicht erhöht, erklärte Janet.

MobilCom-Großaktionär France Telecom hatte nach monatelanger Auseinandersetzung Mitte September erklärt, dem deutschen Unternehmen kein weiteres Geld zuzuschießen, zugleich aber versichert, für die Schulden einzustehen. Dafür wurden in den Rekordrückstellungen des französischen Konzerns von 10,4 Milliarden Euro für das erste Halbjahr insgesamt 6,4 Milliarden Euro vorgesehen.

"Es wird keine neuen Zahlungen an MobilCom geben", betonte Janet. Nach Berichten der Wirtschaftstageszeitungen Handelsblatt und der Financial Times soll eine Einigung zwischen France Telecom und MobilCom über einen Schuldenerlass des Büdelsdorfer Unternehmens kurz bevorstehen. Laut Handelsblatt ist auch vorgesehen, dass France Telecom dem deutschen Mobilfunkanbieter rund 485 Millionen Euro dafür zahlt, dass MobilCom den Netzausbau der neuen Mobilfunkgeneration UMTS einfriert.

Der MobilCom-Gründer und Großaktionär Gerhard Schmid hat die France Telecom derweil aufgefordert, sich aus dem Unternehmen zurückzuziehen. Die Franzosen hätten offenbar kein Interesse und keine Verantwortung mehr für MobilCom und sollten sich deshalb von ihrem Aktienpaket von 28,5 Prozent trennen, ließ Schmid am Freitag über eine Sprecherin ausrichten. Die Aktien könnten zum Beispiel dem Unternehmen zurückgegeben werden. Offenkundig rechnet Schmid nicht mehr damit, dass France Telecom seine eigenen Anteile übernimmt. (dpa) / (jk)