InfoGenie steckt in der Klemme [Update]

Der Berliner Telefondienstleister will nach Verlusten in Höhe der Hälfte des Grundkapitals mit einer Kapitalherabsetzung und anschließender Ausgabe neuer Aktien aus der Krise kommen.

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Von
  • JĂĽrgen Kuri

Der Berliner Telefondienstleister InfoGenie will nach deutlichen Verlusten mit einer Kapitalherabsetzung und anschließender Ausgabe neuer Aktien aus der Krise kommen. Das Grundkapital solle im Verhältnis 6:1 von derzeit rund 6,35 Millionen auf rund 1,06 Millionen Euro herabgesetzt werden. Danach soll es durch Ausgabe neuer Aktien zu einem Ausgabepreis von 1,00 Euro wieder verdoppelt werden.

Das am Neuen Markt notierte Unternehmen gab am Dienstag den Verlust in Höhe der Hälfte des Grundkapitals bekannt. Bis Ende Mai habe sich ein Fehlbetrag im operativen Geschäft von 836.000 Euro ergeben. Dies sei offensichtlich geworden, nachdem der im Mai ernannte neue Vorstand Thomas Dehler eine Zwischenbilanz in Auftrag gegeben habe, erklärte InfoGenie. Zusammen mit dem Verlustvortrag von 5,6 Millionen Euro aus früheren Geschäftsjahren übersteige das Minus die Hälfte des Grundkapitals.

Bereits im Jahr 2001 hatte die Firma, die telefonische Ratgeber-Hotlines zu unterschiedlichen Themen anbietet, einige Turbulenzen durchlebt und sich von dem Finanzvorstand und dem Firmengründer getrennt. Nach dem Absturz der Aktie drohte InfoGenie nach den neuen Delisting-Regeln der Deutschen Börse der Ausschluss vom Neuen Markt -- erhielt aber von Oberlandesgericht Frankfurt wie einige andere Unternehmen einen Aufschub, bis im Hauptsacheverfahren über das neue Reglement am Neuen Markt entschieden ist. Am heutigen Vormittag lag der Kurs der Aktie nach einem Sturz um 21,43 Prozent bei 22 Cent.

Vorstand und Aufsichtsrat von Infogenie erwarten die Zustimmung der Aktionäre zu der vorgeschlagenen Kapitalmaßnahme auf der Hauptversammlung Ende August. Es gebe einen größeren Aktionär, der eine größere Tranche neuer Aktien wolle, hieß es. InfoGenie gehören mehrheitlich zwei Banken, zwei Risikokapitalgebern und einem Unternehmen. Knapp 40 Prozent befinden sich in Streubesitz. Bei einem Scheitern der Kapitalmaßnahmen würde die Insolvenz drohen. (jk)