Millionenaufwand fĂĽr den optimalen Schwimmanzug
SportausrĂĽster liefern sich mit Methoden aus der Raumfahrt ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den besten Dress fĂĽr Hochleistungssportler.
Als Britta Steffen nach 100 Metern Freistil am Beckenrand anschlägt, ist die Sensation perfekt: 52,85 Sekunden. Weltrekord – einfach so im Vorlauf. Drei Tage später wird die Berlinerin ihn im Finale der deutschen Schwimm-Meisterschaften Ende Juni sogar um drei Zehntelsekunden unterbieten. "Das ist das krasseste Teil, was ich je getragen habe", gibt Steffen später zu Protokoll.
Das "krasse Teil" ist der neue Schwimmanzug "Hydrofoil" von Adidas. "Wie von einem anderen Stern" fĂĽhle er sich an, sagt Steffen und hat damit den Nagel auf den Kopf getroffen. Denn in die Entwicklung der AnzĂĽge geht nun sogar Know-how aus der Raumfahrttechnik ein, berichtet Technology Review in seiner aktuellen Ausgabe.
Die ausgeklügelten Hightech-Produkte haben ein Wettrüsten im Wasser ausgelöst, das gerade wieder einmal den Weltschwimmverband Fina erschüttert – und die Sportausrüster Millionen kostet. Dank Computersimulationen und Spezialkunststoffen lassen sich Defizite des Menschen ausgleichen. Dafür treiben die Hersteller einen gewaltigen Aufwand: Der britische Schwimmausrüster Speedo etwa unterzog für die Entwicklung seines 2008 herausgekommenen Anzugs "LZR Racer" zunächst 400 Athleten einem Körperscanning.
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(bsc)