Soziologische Untersuchungen zu Gentests
Zwei neue US-Studien versuchen zu ermitteln, ob das Wissen um Risikofaktoren negative Auswirkungen auf den weiteren Lebensverlauf hat.
Gentests für Endkunden werden immer beliebter - insbesondere in den USA. Ein großes Problem dabei, das auch immer wieder von Ethikern und Ärzten angesprochen wird: Kann ein Nicht-Experte die Ergebnisse dieser teilweise sehr subtilen Tests überhaupt verstehen und damit dann umgehen? Statt schwarz auf weiß Antworten zu liefern, sagen die Untersuchungen zumeist nur voraus, ob eine Person ein erhöhtes Risiko für eine bestimmte Krankheit hat.
Zwei neue Studien legen nun nahe, dass die meisten Patienten leichter mit solch negativen genetischen Informationen umzugehen scheinen als bislang angenommen, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Menschen, die erfahren mussten, dass sie eine Hochrisiko-Genvariante für Alzheimer in sich tragen, entwickelten demnach keine größeren Ängste über ihre Langzeitaussichten als jene, die das Risiko nicht kannten, heißt es in einer Untersuchung der Boston University.
Eine zweite aktuelle Studie unter Rauchern, die am National Human Genome Research Institute im amerikanischen Bethesda entstand, ergab unterdessen, dass selbst diejenigen, die erfuhren, dass sie über eine geringere genetische Neigung zu Lungenkrebs verfügten, genauso interessiert am Aufgeben der Glimmstängel waren wie eine Gruppe mit hohem Risiko. Kritiker bemängeln allerdings, dass zumindest die Alzheimer-Studie bestimmte Bevölkerungsgruppen ausschloss – etwa Menschen mit einer Neigung zu Depressionen und Angstzuständen.
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(bsc)