Telekom-Tochter Voicestream in Fusionsgesprächen mit AT&T Wireless
Auch in den USA können Mobilfunk-Marktanteile in größerem Maßstab nur noch durch Übernahmen oder Fusionen gewonnen werden.
Die US-Mobilfunkanbieter Voicestream und AT&T Wireless verhandeln über eine mögliche Fusion der beiden Gesellschaften. Nach einem Bericht des Wall Street Journal geht es dabei um ein Geschäft im Wert von zehn Milliarden US-Dollar. Aus der Fusion würde der zweitgrößte Mobilfunkkonzern der USA entstehen. Ob es dazu kommt, ist zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch völlig unklar -- sowohl die Deutsche Telekom-Tochter Voicestream als auch AT&T Wireless haben angeblich in den vergangenen Monaten Fusionsgespräche mit anderen Mobilfunkanbietern geführt, bislang aber noch jeweils ohne Ergebnis.
Hintergrund solcher Fusionsverhandlungen ist die schwierige Marktsituation. Rund 45 Prozent aller US-Bürger besitzen ein Mobiltelefon, der Markt ist damit relativ gesättigt. Neue Marktanteile können im größeren Maßstab nur noch den Konkurrenten abgeworben werden -- oder eben durch Übernahmen und Fusionen erschlossen. Voicestream und AT&T Wireless haben zusammen 25 Millionen Kunden, der Marktführer Verizon Wireless 29,4 Millionen. Beide Unternehmen nutzen den GSM-Standard für ihre Mobilfunknetze -- auch die ehemalige Abteilung des Telecom-Riesen AT&T hat GSM in den eigenen Netzen eingeführt, während Voicestream von vornherein auf den in den USA anfangs nicht weit verbreiteten Standard setzte. Somit könnten die beiden Firmen recht einfach ein gemeinsames Netz aufbauen. Die fusionierte Gesellschaft hätte einen Jahresumsatz von mehr als 25 Milliarden US-Dollar. (tol)