Möglicherweise weniger Stellenkürzungen in der Siemens-Netzwerksparte

Siemens will voraussichtlich am Münchner Hauptstandort weniger Stellen in seiner verlustreichen Netzsparte ICN streichen, als bisher angekündigt.

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Von
  • Wolfgang Stieler

Siemens will voraussichtlich am Münchner Hauptstandort weniger Stellen in seiner verlustreichen Netzsparte ICN streichen als bisher angekündigt, berichtet die Financial Times Deutschland unter Berufung auf Konzernkreise. Insgesamt plant ICN einen Abbau von 16.500 Stellen -- etwa einem Drittel seiner Belegschaft. Am Münchner Hauptstandort sollten nach im Sommer bekannt gewordenen Plänen rund 2.300 Angestellte in einer Beschäftigungsgesellschaft untergebracht werden, die nach und nach abgewickelt werden sollte.

Nach Protesten von Beschäftigten und intensiven Verhandlungen mit Gewerkschaftsvertretern soll jetzt diese Lösung erarbeitet worden sein: Demnach werden noch höchstens 1100 Stellen gestrichen. Die betroffenen Mitarbeiter erhalten maximal für 24 Monate 85 Prozent ihres Nettogehalts, um sich in der Zeit eine neue Arbeitsstelle zu suchen. Zudem verkürzen alle 5.000 Arbeitnehmer im Münchner ICN-Werk ihre Arbeitszeit um zweieinhalb Stunden. Schließlich werde der Konzern verstärkt versuchen, seine Beschäftigten mit einer Abfindung zum Abschied zu bewegen. Laut FTD muss der Siemens-Vorstand dieser Lösung allerdings noch zustimmen. Seit dem Börsengang in den USA 2001 ist Siemens stärker dem Urteil von Investoren ausgesetzt; seit fünf Quartalen muss Siemens für ICN Verluste melden. Analysten hatten daher einen raschen Umbau gefordert. (wst)