SAP SI steigert Umsatz und baut Stellen ab
Das Software-Beratungshaus hat im dritten Quartal den Konzernumsatz um 7,3 Prozent auf 73,3 Millionen Euro gesteigert.
Das Software-Beratungshaus SAP Systems Integration (SAP SI) hat im dritten Quartal den Konzernumsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal um 7,3 Prozent auf 73,3 Millionen Euro gesteigert. Der Stellenabbau werde weiter fortgesetzt, teilte die SAP-Tochter mit. Zum Jahresende sollen im Konzern weniger als 1700 Mitarbeiter beschäftigt sein. Am 30. September 2002 gehörten noch 1799 Mitarbeiter dem Unternehmen an.
"Derzeit sehen wir keinen Bedarf für einen weiteren Personalabbau nach dem Jahreswechsel", sagte der Finanzvorstand Joachim Müller. Das Software-Unternehmen erwartet keine kurzfristige Erholung der Konjunktur. "Besonders in unserem Segment rechnen wir auf Grund von Aussagen der Analysten nicht vor dem zweiten Halbjahr 2003 mit einer Verbesserung der Situation", sagte Müller. Im letzten Quartal 2002 will SAP SI "wieder der Profitabilität den Vorzug gegenüber einem starken Wachstum geben".
Vorstand Ulrich Assmann habe den Aufsichtsrat gebeten, ihn zum 31. Dezember von seinen Aufgaben zu entbinden. Diesem Anliegen sei "mit Bedauern" entsprochen worden. Assmann, der sechs Jahre für SAP tätig war, will sich neuen Herausforderungen außerhalb der SAP-Gruppe widmen. Etwa zum Jahresbeginn 2003 soll ein eventueller Nachfolger präsentiert werden.
Der operative Gewinn lag nach Restrukturierungskosten im dritten Quartal bei 5,6 Millionen Euro gegenüber 8,2 Millionen Euro im Vorjahr. Damit konnte das Ergebnis des zweiten Quartals von 500.000 Euro deutlich verbessert werden. Die Marge sank zum Vorjahr auf 7,7 Prozent gegenüber 12 Prozent im dritten Quartal 2001. In den Kernmärkten Deutschland und Schweiz konnte der Umsatz zum Vorquartal um 5,4 Prozent auf 59,3 Millionen Euro zulegen. Bei SAP SI America sanken die Zahlen dagegen um 18,2 Prozent auf 7,9 Millionen Euro. Der Rückgang resultiere unter anderem aus dem niedrigen Dollarkurs.
Durch den Wegfall planmäßiger Goodwill-Abschreibungen habe sich das Ergebnis nach Steuern im Vergleich zum Vorjahr von minus 5,8 auf ein Plus von 3,7 Millionen Euro gesteigert. In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres sei der Umsatz zum Vorjahr um 13 Prozent auf 219,2 Millionen Euro geklettert. Auch nach der Auflösung des Nemax werde der Konzern unabhängig von der konjunkturellen Entwicklung an der Börse gelistet bleiben. SAP SI werde eine Aufnahme in das so genannte Prime Segment beantragen, sagte Müller. Das Unternehmen erfülle bereits jetzt alle Voraussetzungen. (anw)