DGB-Chef: Rot-GrĂĽn soll gegen Telekom-Stellenabbau vorgehen

Der DGB-Chef Michael Sommer plädiert für die Auflösung der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post, da die Behörde ihre Aufgabe erfüllt habe.

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  • dpa

Gegen den Abbau von 50.000 Arbeitsplätzen bei der Deutschen Telekom machen die Gewerkschaften auf politischer und betrieblicher Ebene massiv Front. Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Michael Sommer, kündigte beim Auftakt für bundesweite Protestaktionen am Mittwoch in Düsseldorf Gespräche mit der Bundesregierung an. Vor mehr als 1.000 versammelten Mitarbeitern der Telekom verwies er auf das rot-grüne Regierungsprogramm, für mehr Beschäftigung zu sorgen. Dazu passe ein massiver Stellenabbau beim Bonner Unternehmen, bei dem der Bund der Großaktionär ist, nicht.

Der Abbau von konzernweit 50.000 Arbeitsplätzen bis zum Jahr 2005 würde nach Einschätzung der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di vor allem junge Mitarbeiter und Beschäftigte in den neuen Bundesländern treffen. "Es darf keinen Kahlschlag Ost geben", sagte in Düsseldorf der stellvertretende ver.di-Chef Rüdiger Schulze. Im Unterschied zu den alten Bundesländern gebe es in Ostdeutschland keine Mitarbeiter mit Beamtenstatus bei der Telekom. Für die Ausbildung der jüngeren Mitarbeiter habe die Telekom Geld investiert. Im Unternehmen sollen jetzt Unterschriften gegen den Arbeitsplatzabbau gesammelt werden.

Sommer will mit den Bundesministern für Finanzen und Wirtschaft, Hans Eichel und Wolfgang Clement (beide SPD), in den nächsten Tagen über die Telekom reden. Der DGB-Chef plädiert für die Auflösung der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post. Die Behörde habe ihre Aufgabe erfüllt, sagte er am Rande der Protestaktion. Wie bei den anderen Branchen sollte die Aufgabe des Wettbewerbshüters auch in diesem Bereich künftigen vom Bundeskartellamt ausgeübt werden. Auf dem Telekommunikationsmarkt in Deutschland habe der Wettbewerb durch die neuen Anbieter aus dem In- und Ausland deutlich zugenommen.

Bei der Personalfrage an der Telekom-Spitze sehen sowohl Vertreter der Anteilseigener als auch der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat gute Chancen, dass in der Sitzung am 14. November ein jüngerer Nachfolger für Ron Sommer gekürt wird. "Die Wahrscheinlichkeit ist ziemlich hoch", sagte Aufsichtsratschef Hans-Dietrich Winkhaus der dpa. Rüdiger Schulze, der auch Vize-Aufsichtsratschef ist, sieht unter den verbliebenen Kandidatennamen konsensfähige Vorschläge. Übergangs- Vorstandschef Helmut Sihler hatte den Mitarbeitern in einem Brief erklärt, die Bewertung der externen und internen Kandidaten sei abgeschlossen. (dpa) / (jk)