BT mit gestiegenem Gewinn und reduzierten Erwartungen
Exzellente Resultate habe man erzielt, jubelt der britische Ex-Telefonmonopolist, meint aber, die selbst gesteckten Ziele in den nächsten drei Jahren nicht erreichen zu können.
Exzellente Resultate habe man erzielt, jubelt der britische Ex-Telefonmonopolist British Telecom über seine Ergebnisse im zweiten Quartal des Geschäftsjahrs. Wermutstropfen aber erspart der Konzern, der seine Mobilfunksparte in die selbstständige Gesellschaft mmo2 (in Deutschland O2) ausgelagert hat, seinen Investoren nicht: Wegen der gegenwärtigen Marktbedingungen könne man die eigenen Ziele beim Wachstum in den nächsten drei Jahren nicht erreichen. BT hatte erklärt, in diesem Zeitraum jährlich um 6 bis 8 Prozent wachsen zu wollen.
Im zweiten Qartal konnte der Konzern, der gerade eine strategische Vereinbarung mit Microsoft unter anderem zur Vermarktung von Breitband-Internetzugängen geschlossen hat, seinen Vorsteuergewinn um 55 Prozent auf 496 Millionen britische Pfund (775,3 Millionen Euro) steigern. Der Umsatz stieg um zwei Prozent auf 4,66 Milliarden Pfund (7,28 Milliarden Euro). Im ersten Halbjahr betrug der Vorsteuergewinn 818 Millionen Pfund (1,3 Milliarden Euro), ein Plus von 57 Prozent. Der Umsatz kletterte im Halbjahr ebenfalls um 2 Prozent auf 9,25 Milliarden Pfund (14,8 Milliarden Euro).
Nach Steuern betrug der Gewinn im Halbjahr immer noch 546 Millionen Pfund (853,5 Millionen Euro) -- damit ist BT einer der wenigen Telecom-Konzerne, der in der gegenwärtigen Marktsituation profitabel arbeitet. Der Schuldenberg betrug zum Ende des ersten Halbjahrs 13,112 Milliarden Pfund (20,5 Milliarden Euro); damit musste BT mit 21 Prozent weniger Schulden leben als zum Ende des ersten Halbjahrs 2001. Im zweiten Quartal sank die Schuldenlast um 285 Millionen Pfund (445,5 Millionen Euro).
BT OpenWorld, der Internet-Provider innerhalb der BT-Gruppe, konnte zum 1. November auf 451.000 Kunden verweisen, die einen Breitband-Internetzugang nutzten. Der Umsatz der Sparte betrug im Quartal 67 Millionen Pfund (104,7 Millionen Euro), der operative Verlust 22 Millionen Pfund (34,4 Millionen Euro). BT Retail, die Festnetzsparte, machte bei einem Umsatz von 3,288 Milliarden Pfund (5,139 Milliarden Euro) einen operativen Gewinn von 439 Millionen Pfund (686,2 Millionen Euro). BT Ignite, die für das Firmengeschäft zuständig ist, wies bei einem Umsatz von 1,267 Milliarden Pfund (1,980 Milliarden Euro) einen operativen Gewinn von 34 Millionen Pfund (53,2 Millionen Euro) aus, während BT Wholesale, die Sparte für Netzdienstleistungen, mit einem Umsatz von 2,833 Milliarden Pfund (4,428 Milliarden Euro) 990 Millionen Pfund (1,547 Milliarden Euro) als operativen Gewinn erzielte. Bei den Gesamtumsätzen entfielen auf konzerninterne Umsätze zwischen den einzelnen Sparten der Gruppe 2,879 Milliarden Pfund (4,5 Milliarden Euro). (jk)