Geringe Patent-Lizengebühren sollen UMTS vorantreiben
Vier der großen Patenthalter des UMTS-Übertragungsverfahrens W-CDMA wollen mit niedrigen Patent-Lizenzgebühren für die Technik den Markt ankurbeln; die Haltung von Qualcomm ist aber noch unklar.
Die von Firmen künftig für das Mobilfunkverfahren Wideband Code Division Multiple Access (W-CDMA) zu zahlenden Patent-Lizenzgebühren sollen nicht mehr als eine kumulative Rate von fünf Prozent betragen. W-CDMA bildet unter anderem die technische Übertragungsgrundlage für die lang ersehnten UMTS-Netze.
Auf die Vereinbarung über die Lizenzbedingungen haben sich die Patenthalter NTT DoCoMo, Ericsson, Siemens sowie Nokia, die zusammen 60 Prozent der Rechte besitzen, auf einen Vorstoß von Nokia hin verständigt. Die Firmen beabsichtigten mit diesem Schritt, Providern und Geräteherstellern "faire" Entwicklungs-Bedingungen zu schaffen, heißt es.
Unklar ist noch, wie der fünfte große Patenhalter im Bunde, Qualcomm, zu diesem Beschluss steht. Analysten gehen davon aus, dass dem US-Mobilfunkausrüster, der rund 20 Prozent der Patente hält und gerade erst wieder positive Bilanzen präsentieren konnte, mit der Übereinkunft nicht unerhebliche finanzielle Einbußen ins Haus stehen könnten. Obwohl einerseits das Fünf-Prozent-Limit zu spürbar geringen Entwicklungskosten und damit zu niedrigeren Preisen bei den lizenznehmenden Firmen führen könnte -- wovon auch Qualcomm profitierte -- gehört gerade das Lizenzgeschäft zu jenen Einnahmenquellen, das dem Unternehmen einen Großteil seiner Umsätze beschert. (mur)