Zeugen im Prozess gegen eBook-Hacker nehmen bürokratische Hürden
Der Prozess wegen der Software zum Aushebeln des Kopierschutzes bei Adobes eBook-Reader wird als erster großer Test für das US-Copyright-Gesetz DMCA gewertet.
Der Prozess gegen die russische Softwarefirma ElcomSoft kann kommende Woche steigen. Die beiden geladenen Zeugen, der Programmierer Dmitry Sklyarov und ElcomSoft-CEO Alexander Katalov, haben Visa für die Einreise in die USA bekommen, berichten US-amerikanische Medien. Es wird mit bis zu fünf Verhandlungstagen gerechnet.
Im Mai hatte Richter Ronald Whyte entgegen einem Antrag von ElcomSoft entschieden, dass der Prozess weitergehen soll. Der ursprüngliche Termin am 21. Oktober hatte aber nicht eingehalten werden können, da die beiden Russen von der US-amerikanischen Botschaft in Russland keine Einreiseerlaubnis bekommen hatten. Daraufhin hatte das US Attourney's Office interveniert und erreicht, dass Sklyarov und Katalov eine "bedingte" Erlaubnis erteilt wurde.
Der Prozess wird von Beobachtern als erster großer Test für den Digital Millennium Copyright Act (DMCA) gewertet. ElcomSoft steht für ein Programm unter Anklage, mit dem der Kopierschutz des Adobe Acrobat eBook Readers ausgehebelt werden konnte. Sklyarov war im Juni 2001 in den USA nach einem Vortrag über den Advanced eBook Processor vom FBI festgenommen worden. Er wurde freigelassen, verpflichtete sich aber, im Prozess gegen ElcomSoft als Zeuge auszusagen. (anw)