Sinkende Preise, mehr Angebot: Grafikkarten kommen im Retail-Markt an

Die Verkäufe von Desktop-Grafikkarten schossen Anfang 2022 in die Höhe, trotzdem nahmen Hersteller weniger Geld ein. Der Grund dürfte bei Krypto-Minern liegen.

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(Bild: c't)

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AMD, Nvidia und deren Partnerhersteller kurbelten die Produktion von Desktop-Grafikkarten im ersten Quartal 2022 ein weiteres Mal gehörig an: 13,4 Millionen Modelle wurden da verkauft – 32,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor (10,1 Millionen) und 1,4 Prozent mehr als Ende 2021 (13,2 Millionen). Trotzdem sind die Umsätze binnen eines einzigen Quartals aufgrund niedrigerer Durchschnittspreise eingebrochen.

Gut 8,6 Milliarden US-Dollar nahmen die Hersteller im ersten Quartal 2022 ein – ein Rückgang von gut 30 Prozent verglichen mit Ende 2021 (12,4 Milliarden US-Dollar). Das berichtet das Marktforschungsteam von Jon Peddie Research (JPR).

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AMD baute die eigenen Marktanteile bei Desktop-Grafikkarten innerhalb eines Jahres von 20 auf 24 Prozent aus, Nvidia kam auf 75 Prozent. Die restlichen Promille schnappte sich offenbar Intel mit anlaufenden Auslieferungen von Arc-Grafikkarten in China. Bei Desktop-Grafikkarten sah es für AMD somit besser aus als bei eigenständigen Notebook-GPUs. Nimmt man diese in die Rechnung hinein, stand AMDs Marktanteil Anfang 2022 bei 18 Prozent.

In Deutschland sanken die Preise für Desktop-Grafikkarten auch in den vergangenen Monaten weiter. Nvidias GeForce RTX 3080 etwa ist derzeit ab rund 870 Euro lieferbar – 100 Euro weniger als noch Anfang April. Die GeForce RTX 3070 gibt es ab 620 Euro, einzig die GeForce RTX 3060 ist mit Preisen ab 420 Euro kaum günstiger geworden.

Bei AMD trieb der RX-6x50-Refresh mit schnellerem Speicher und höheren GPU-Taktfrequenzen die Preise in die Höhe, weshalb die vorherigen Modelle aus Preis-Leistungs-Sicht deutlich attraktiver sind. Die Radeon RX 6700 XT etwa ist vereinzelt ab 500 Euro erhältlich – 130 Euro weniger als Anfang April. Die Radeon-Modelle RX 6800 und RX 6800 XT sind nur vereinzelt im Angebot und daher meistens noch deutlich über AMDs Preisempfehlung angesiedelt. Die Radeon RX 6900 XT unterbietet die UVP dagegen mit Preisen ab 950 Euro.

Die sinkenden Grafikkartenpreise gehen mit einer offenbar niedrigen Nachfrage bei Krypto-Mining-Farmen einher. Ethereum ist weiterhin die lukrativste Kryptowährung zum Schürfen mit GPUs. Die Rechenleistung im Ethereum-Netzwerk liegt mit 1,04 Petahashes pro Sekunde weiterhin auf einem hohen Niveau, ist seit einer Spitze Mitte Mai aber rückläufig. Das wichtigste Signal für den Retail-Markt: Miner kaufen nicht mehr massenweise die Grafikkarten weg.

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