Sanfte Chemie bekommt Zukunftspreis
Das Projekt Sanfte Chemie mit biologischen Katalysatoren bekommt den mit 250.000 Euro dotierten Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation.
Das Projekt Sanfte Chemie mit biologischen Katalysatoren bekommt den Zukunftspreis 2002 des Bundespräsidenten. Das Projekt basiert auf den Arbeiten von Professorin Maria-Regina Kula, ehemalige Direktorin des Instituts für Enzymtechnologie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Sie isolierte das Enzym Formiatdehydrogenase (FDH), das sich als Hilfsenzym für eine große Anzahl von Enzymen eignet, heißt es in einer Mitteilung. Der Preis ist mit 250.000 Euro dotiert.
Enzyme benötigen häufig so genannte Redox-Kofaktoren. Im lebenden Organismus werden diese Stoffe einfach regeneriert. Beim isolierten Enzym ist der Kofaktorverbrauch aber ein Problem. Viele Enzyme konnten daher bislang nur sehr eingeschränkt als biologische Katalysatoren genutzt werden. Mit der Neuerung von Maria Regina Kula wird diese Nutzung möglich. In einem zweiten Schritt konnte das Enzym FDH für den Einsatz in technischen Prozessen unter der Leitung von Dr. Martina Pohl durch genetische Veränderung stabilisiert werden.
Technisch hergestellte Enzyme sind Hilfsmittel bei der Produktion von Medikamenten und in der Lebensmittel-, Papier- und Textilindustrie. Enzyme als Katalysatoren arbeiten mit Wasser als Lösungsmittel und unter milden Reaktionsbedingungen. Bei organischen Lösungsmitteln wird bei höheren Temperaturen gearbeitet und es entstehen mehr Abfallstoffe.
Johannes Rau war heute Abend wegen einer Erkältung im Haus der Deutschen Wirtschaft nicht zugegen. Stattdessen überreichte der Vorsitzende des Kuratoriums des Deutschen Zukunftspreises und Präsident des Stifterverbandes, Dr. Arend Oetker, den Preis. Weitere Nominierte waren:
- Dr. Bernd Ohnesorge, Dr. Thomas Flohr und Dr. Richard Hausmann, Siemens Medical Solutions. Sie entwickelten den "Blick ins Herz -- ohne Katheter"
- Prof. Rudolf Schwarte, Dr. Bernd Buxbaum und Dipl.-Ing. Torsten Gollewksi, PMDTechnologies, Audi Electronics Venture GmbH, Institut für Nachrichtenverarbeitung der Universität Siegen mit ihren Arbeiten zu "Kamerapixel mit Tiefgang: Durchbruch zum schnellen 3D-Sehen"
- Dr. Jürgen Trost, Dipl.-Inform. Lorenz Schäfers und Dipl.-Ing. Ingo Scherhaufer, DaimlerChrysler AG, mit dem Projekt "Protector -- Vorausschauendes Notbremssystem für Nutzfahrzeuge"
Zu den früheren Preisträgern gehören drei Mitarbeiter des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen für die Audio-Kompressionstechnik MP3 und Professor Wolfgang Wahlster für das Projekt "Sprachverstehende Computer als Dialog- und Übersetzungsassistenten". Die diesjährige Preisverleihung zeigt das ZDF am Mittwoch um 23.00 Uhr und Phoenix am 6. Dezember ab 10.00 Uhr. (anw)