Vivendi schnappt Vodafone Cegetel-Anteile vor der Nase weg
Chris Gents Attacke auf den französischen Mobilfunkmarkt ist vorerst gestoppt.
Ein klarer Schuss vor den Bug für Vodafone-Chef Chris Gent: Überraschend hat der hochverschuldete französische Mischkonzern Vivendi Universal von seinem Vorkaufsrecht Gebrauch gemacht und den 26-prozentigen Anteil der British Telecom (BT) an der Vivendi-Tochter Cegetel übernommen.
Damit endet Vodafones Angriff auf den französischen Mobilfunkmarkt, bevor er überhaupt richtig begonnen hat. Die Briten hatten zunächst sogar versucht, für 12,6 Milliarden Euro auch den Vivendi-Anteil an Cegetel und damit insgesamt insgesamt 85 Prozent zu übernehmen. Die 15 Prozent Anteile der US-Gruppe SBC Communications konnte Vodafone unterdessen erwerben.
Der Vivendi-Anteil an Cegetel steigt von 44 auf 70 Prozent, jetzt hält der Mischkonzern auch die Mehrheit an der Cegetel-Mobilfunktochter SFR. Auf die hochprofitable SFR hatte es auch Vodafone abgesehen, die darüber mit Macht in den französischen Markt einsteigen wollte. Die SFR-Profite kommen Vivendi Universal bei seiner Suche nach einem Weg aus der Liquiditätskrise gelegen. Auch beim Betriebsrat erfährt die Übernahme freudige Zustimmung: "Dies ist die erste gute Nachricht nach langer Zeit", sagte ein Betriebsratssprecher der dpa.
Bis Ende 2004 will Vivendi Universal seine Schulden auf unter acht Milliarden Euro reduzieren. Um an Geld zu kommen, möchte sich der Konzern nun auch von seiner Unterhaltungssparte in den USA trennen. Wenigstens 20 Prozent der Sparte sollen unter dem Namen Universal an die Börse gebracht werden. (tol)