Für Intel ist der Aufschwung noch nicht in Sicht

Trotz kürzlich angehobener Umsatzprognose sieht der Chip-Hersteller noch kein Ende der wirtschaftlich schwierigen Zeiten.

vorlesen Druckansicht 76 Kommentare lesen
Lesezeit: 1 Min.

Intel hat wie AMD vor kurzem seine Umsatzprognose angehoben. Für Intel-Chairman Andrew Grove ist es dennoch zu früh, sich über einen Aufschwung des Halbleitermarktes zu freuen. Er merkte an, in diesem Jahr habe es keine Anzeichen für einen Ab- oder Aufschwung gegeben. Der Umsatzrückgang sei so extrem ausgefallen, weil es 1999 einen Investitionsboom gegeben habe, heißt es in Medienberichten.

Der Chef der Vertriebs- und Marketing-Abteilung bei Intel, Daniel Russell, rechnet für Mitte 2003 mit einer steigenden Investitionsbereitschaft der Geschäftskunden. Immerhin 65 Prozent der Intel-Rechner liefen noch mit einem Pentium II; dabei sei der Pentium 4 mittlerweile Standard, berichtet Digitimes.com. Unzufriedenheit mit alten Systemen und die Markteinführung neuer Plattformen seien zwei Faktoren, die die Nachfrage abkurbeln könnten, meint Russell.

Bei allen wirtschaftlichen Sorgen der Halbleiter-Hersteller treibt Grove noch ein anderes Problem: Strom, der ungenutzt entweicht, wenn Prozessoren gerade nichts zu rechnen haben. Ein gewöhnlicher Chip verbrauche heutzutage 12 Watt, von denen 12 bis 15 Prozent verloren gingen. Intels Spitzenmodelle ließen aber 40 Prozent der elektrischen Energie ungenutzt. Wenn in ein paar Jahren Prozessoren rund eine Milliarde Transistoren enthielten, könnten je Chip 60 bis 70 Watt ungenutzt bleiben. Bei Intel werde an dem Problem gearbeitet, indem zum Beispiel neue Isoliermaterialien entwickelt würden. (anw)