US-Nutzerdaten und China: TikTok setzt neuen Security-Chef ein
TikTok tauscht seinen Security-Chef aus. Der TikTok-CEO kündigt zudem für US-Nutzerdaten verbesserten Datenschutz an, der zuletzt in der Kritik stand.
(Bild: Proxima Studio/Shutterstock.com)
Der Sicherheitschef (Chief Security Officer, CSO) von TikTok, Roland Cloutier, räumt zum Herbst seinen Posten. Auf ihn soll eine bisherige Interims-Managerin für Sicherheit folgen. Cloutier werde im Unternehmen nur noch als Berater tätig sein und sich mit den Auswirkungen der Sicherheit auf das Geschäft beschäftigen. Das teilte die zum chinesischen Konzern Bytedance gehörige Video-Plattform auf ihrer Webseite mit. Die Personalie ist Teil der Bemühungen des Unternehmens, den wachsenden Bedenken von Politikern und Behörden in den USA wegen des Zugriffs aus US-Nutzerdaten durch den chinesischen TikTok-Eigentümer entgegenzutreten.
Eingehen auf Sicherheitsbedenken
Cloutier werde seinen Posten zum 2. September räumen, schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung. Auf ihn werde Kim Albarella folgen, die Leiterin der 'Global Security Operations'. TikTok-CEO Shou Zi Chew äußert sich in derselben Mitteilung auch zur Debatte um die Daten von US-Nutzern der TikTok-Videoapp, auf die der chinesische Mutterkonzern Bytedance Zugriff hat – als das kürzlich bekannt wurde, sprachen US-Politiker von einer "Hintertür" beim Datenzugriff durch China. Shou Zi Chew verweist auf einen neuen Ansatz des Unternehmens, die Sorgen wegen der Sicherheit von US-Nutzerdaten zu beschwichtigen.
Teil dieser Strategie sei eine neue Abteilung, die sich um das Verwalten der US-Nutzerdaten kümmere, schreibt Shou Zi Chew weiter. Das Unternehmen leiste damit eine wichtige Investition in den Datenschutz. Dadurch erweitere sich auch der Aufgabenbereich des CSO, erläutert der TikTok-Chef. Diese Äußerung lässt sich so verstehen, dass die Firma mit dem Personalwechsel in der Rolle des CSO auch einen Schlussstrich unter die bisherige kritisierte Datenschutzpraxis ziehen und Vertrauen bei Gesetzgebern und Regulierungsbehörden in den USA zurückgewinnen will.
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Bereits unter dem früheren US-Präsidenten Trump hatte ein Deal mit dem Unternehmen Oracle sicherstellen sollen, dass die TikTok-Daten von US-Nutzern nur in den USA gespeichert werden. Als der TikTok-Chef kürzlich eingestand, dass in China ansässige Mitarbeiter Zugriff auf US-Nutzerdaten hätten, löste das Unmut bei Regulierungsbehörden und Politikern in den USA aus. Besorgte US-Senatoren äußerten deswegen Bedenken und fürchten, es könne sich dadurch eine "Hintertür" für die chinesische Staatsführung auftun.
(tiw)