Familienfunktion soll Abruf des E-Rezepts erleichtern

Eine Familienfunktion soll die elektronische Verordnung barrierefreier machen. Demnach kann das E-Rezept von Smartphones der Angehörigen abgerufen werden.

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(Bild: THICHA SATAPITANON/Shutterstock.com)

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Für die E-Rezept-App ist ab sofort eine Familienfunktion verfügbar. Dies teilte die für die Digitalisierung des Gesundheitswesens zuständige Gematik GmbH mit. Damit soll die "gesamte Familie in einer App verwaltet werden". Demnach sind dort neben eigenen E-Rezepten auch die Rezepte der Angehörigen innerhalb der App abruf- und verwaltbar.

Voraussetzung dafür ist eine NFC-fähige elektronische Gesundheitskarte (eGK) und die dazugehörige PIN bei der jeweiligen Krankenkasse, die für die zu verwaltende Person beantragt werden muss. Anschließend muss die Person in der App angemeldet werden. Eltern oder Angehörige können dann ein Profil für sie auf ihrem Smartphone oder Computer hinterlegen. Die Zahl der Profile, die Angehörige anlegen können, ist nach Angaben der Gematik unbegrenzt. Für Kinder können beide Eltern ein Profil in der App hinterlegen.

Außerdem können Nutzer über die E-Rezept-App bei der zur Wahl stehenden Apotheke anfragen, "ob ein Medikament abgeholt werden kann oder es erst noch bestellt werden muss. Unnötige Wege entfallen damit auch für die Person, die die Profile auf dem Smartphone verwaltet", sagt Marcel Basquitt, Product Owner der E-Rezept-App der Gematik.

Am 1. September 2022 sollen alle Apotheken in Deutschland bereit für das E-Rezept sein. Laut dem TI-Dashboard der Gematik – das den aktuellen Stand der Telematikinfrastruktur anzeigen soll – sind derzeit 8.443 von 18.000 Apotheken bereit für das E-Rezept (Stand 2. August 2022) und haben Schulungen absolviert. Sie sind damit in der Lage, E-Rezepte anzunehmen, zu beliefern und abzurechnen.

Die Telematikinfrastruktur ist für den Austausch von Patientendaten innerhalb eines sicheren Netzwerks gedacht. Der Deutsche Apothekerverband (DAV) und der Bundesverband Deutscher Apothekensoftwarehäuser (ADAS) haben erst kürzlich gesagt, dass die nötigen Module "aller gängigen Warenwirtschaftssysteme [...] in den vergangenen Monaten entwickelt und in den Apotheken installiert" wurden.

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Überdurchschnittlich viele Apotheken sind in den beiden Regionen bereit, in denen Ärzte, Zahnärzte und Kliniken ab 1. September 2022 E-Rezepte ausstellen sollen: "In Westfalen-Lippe sind mehr als die Hälfte (55 Prozent), in Schleswig-Holstein sogar schon zwei Drittel (66 Prozent) der Apotheken bereit für das E-Rezept", sagt Dr. Reiner Kern, Pressesprecher der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Laut dem DAV-Vorsitzenden Thomas Dittrich sind "Hard- und Software in den Apotheken [...] einsatzbereit" – die Anbindung an die Telematik-Infrastruktur sei bereits 2021 erfolgt.

(mack)