Funknetze: HomeRF-Arbeitsgruppe löst sich auf
Das Geschwindigkeitsrennen ist entschieden: WLAN liegt vorn, doch bei der Flexibilität in der Heimvernetzung soll HomeRF Bluetooth weiter die Stirn bieten.
Das Mauerblümchen HomeRF sollte beides werden: Bei den Anwendungen so flexibel wie Bluetooth mit seinen vielen Profilen und in Bezug auf die Geschwindigkeit so rasant wie WLAN. Nun hat die HomeRF Working Group, eine Herstellerorganisation ähnlich Wi-Fi Alliance und Bluetooth SIG, zum Anfang des Jahres die Segel gestrichen. Die Website ist bereits nicht mehr erreichbar.
Dr. Horst Laven, Entwicklungsleiter bei Siemens und bislang Vorsitzender der europäischen Sektion der HomeRF Working Group, hält einen Kampf des nun eingestampften HomeRF-Entwurfs 3.0 gegen WLAN für aussichtslos: Bei höheren Datenraten seien die Fortschritte, die der IEEE-Standard 802.11 bereits gemacht habe, nicht mehr aufzuholen. Dennoch sieht er HomeRF beispielsweise gegenüber Bluetooth im Vorteil, wenn es darum geht, innerhalb einer Familie den Breitband-Internetzugang zu teilen. Hier könne HomeRF 2.0 seine größere Bandbreite von 10 MBit/s brutto gegenüber Bluetooth ausspielen. Das mit brutto 1 MBit/s langsamere Bluetooth sei mit einer T-DSL-Übertragung schon voll ausgelastet und habe dann keine Reserven mehr, etwa für nebenher laufende Gespräche über ein drahtloses Headset. Noch zur Systems im Oktober hat Siemens entsprechende Produkte für parallele Sprache und Daten vorgestellt. (ea)