CES: Der Kampf ums Home Entertainment Network
Schon vor der offiziellen Eröffnung kündigt sich an, dass Audio-/Videonetzwerke ein zentrales Thema der CES werden.
Schon vor der offiziellen Eröffnung der Consumer Electronics Show kündigt sich an, dass Audio-/Videonetzwerke ein zentrales Thema der CES werden -- doch welches System wird sich letztlich durchsetzen?
Glaubt man Pioneer, kann der PC jedenfalls niemals Mittelpunkt einer solchen Kombination aus einem (irgendwo in der Wohnung oder im Haus stehenden) AV-Server und einem oder mehreren Clients (an verschiedenen Hör- und Guckstationen) sein. Denn, so zeigte sich Marketing-Vizepräsident Craig McManis überzeugt, dafür "fehle es dem PC an den nötigen Audio-/Videofähigkeiten, die Unterhaltungselektronikgeräte haben". Nur die Unterhaltungselektronik-Hersteller wären daher in der Lage, brauchbare Netzwerklösung zu entwickeln.
Die Fähigkeit zum Aufzeichnen der AV-Daten auf DVD oder CD bleibt bei dieser Betrachtung allerdings offensichtlich außen vor -- die bietet jedenfalls Pioneers System rund um die "digitale Bibliothek" DL1000S nicht. Hierauf werde man im Hinblick auf die Einwände der Rechteinhaber vorerst verzichten. Und auch die drahtlose Übertragung der Datenströme beherrscht die Pioneer-Entwicklung nicht, stattdessen muss der Benutzer Server und Clients via Ethernet-Kabel verbinden.
Wesentlich ausgereifter wirkt da das Home-Entertainment-Netzwerk "one" von Panasonic, das als Prototyp auf der CES zu besichtigen ist und bis 2004 zur Marktreife gebracht werden soll. one steht dabei einerseits für "omnifunctional networking environment", andererseits erklärte Panasonic-Vizepräsident Andrew Nelkin aber auch, dass die Bezeichnung klar machen solle, dass dies die alleinige Lösung bei der Home-Entertainment-Vernetzung sei.
Zentrum von one ist der so genannte AVC-Server, der von Clients via WLAN-Verbindung (IEEE 802.11a, 54 MBit/s im 5-GHz-Band) Daten erhält, die ihrerseits beispielsweise mit DVD-Playern verbunden sind und diese auch steuern. Weitere Daten sollen über eine Breitband-Internetverbindung eintreffen. Panasonic will einen Videostrom im High-Definition-TV-Format oder drei Ströme im Standard-TV-Format übertragen. Simultan soll der Anwender aber auch noch den eventuell vorhandene Breitband-Internetverbindung voll nutzen können.
Der AVC-Server verfügt seinerseits über Festplatte, DVD-Laufwerk sowie SD-Card-Slot und soll sich direkt an Digital-Fernsehgeräte anschließen lassen -- wobei Panasonic bereits HDMI als erstes Interface nennt. Der Server soll zudem Videos via WLAN an mobile AV-Terminals senden. Auch sollen Bilder an Mobiltelefonen mit entsprechenden Wiedergabefähigkeiten übertragen werden können, wobei Panasonic sich über die hier zum Einsatz kommende Übertragungstechnik noch ausschweigt. Preise nannte Panasonic bislang nicht. (nij)