Apple kritisiert außergerichtlichen Vergleich in Sammelklage gegen Microsoft
Von dem geschickt formulierten Einigungsvorschlag würde Microsoft nach Auffassung von Apple profitieren und so für den Verstoß gegen Anti-Trust-Bestimmungen belohnt statt bestraft werden.
Apple hat einen am Freitag beschlossenen außergerichtlichen Vergleich scharf kritisiert, mit dem Microsoft eine Sammelklage von kalifornischen Kunden wegen überhöhter Software-Preise beilegen will.
In diesem Vergleich, der allerdings noch vom zuständigen Gericht genehmigt werden muss, hat sich der Software-Riese zur Zahlung einer Summe von 1,1 Milliarden US-Dollar in Form von Gutscheinen an insgesamt rund 13 Millionen Privat- und Geschäftskunden verpflichtet. Damit können die Kunden Hard- und Software von Microsoft oder anderen Herstellern erwerben. Die einzelnen Gutscheine haben einen Wert von jeweils 5 bis 29 US-Dollar. Zwei Drittel der Summe, die nicht abgerufen wird, geht dann an bedürftige kalifornische Schulen, die sich von dem Geld Software und Computer anschaffen können -- allerdings soll die Hälfte des Geldes für Microsoft-Produkte ausgegeben werden.
Apple kritisierte nun, dass nach allen bisherigen Erfahrungen nur rund 25 Prozent aller Berechtigten tatsächlich ihre Gutscheine einlösen würden. Mit dem Vergleich würde Microsoft also nicht nur enorm viel Geld einsparen, sondern das Fehlverhalten des Konzerns würde auch noch durch eine Erweiterung des Marktanteils im Erziehungssektor belohnt. Mit einem ähnlichen Vergleichsvorschlag war Microsoft vergangenen Sommer am Einspruch eines Richters gescheitert. (wst)