Bund trifft Vorsorge für Scheitern der Brandenburger Chipfabrik

Ein Vertrag solle den Ausverkauf der Chiptechnologie verhindern, die vom Frankfurter Institut für Halbleiterphysik (IHP) entwickelt wurde.

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Von
  • Jürgen Kuri

Die Bundesregierung richtet sich nach einem Bericht der Märkischen Oderzeitung darauf ein, dass die geplante Chipfabrik in Frankfurt (Oder) nicht gebaut wird. Ein Vertrag solle den Ausverkauf der Chiptechnologie verhindern, die vom Frankfurter Institut für Halbleiterphysik (IHP) entwickelt wurde. Ein gemeinsamer Forschungs- und Entwicklungsvertrag in Höhe von 20 Millionen Euro zwischen dem vom Bund geförderten IHP und dem Chipwerkbetreiber Communicant werde in Kürze vorgelegt.

Laut der Zeitung findet die geplante Chipfabrik aber weiterhin die volle politische Unterstützung durch den Bund; es wurde jedoch Kritik am bisherigen unternehmerischen Management laut. Bis Ende Januar soll das Finanzierungskonzept für die Frankfurter Chipfabrik stehen; danach läuft nach den Informationen der Zeitung das Mandat der Banken für die Suche nach Kreditgebern aus. Derzeit fehlen noch 650 Millionen US-Dollar. Insgesamt soll das Investitionsvolumen für die Chipfabrik rund 1,3 Milliarden US-Dollar betragen.

Um die Finanzierung, einzelne Investoren wie Intel und einen angeblichen Technologie-Ausverkauf durch die Investorenverträge hatte es in den vergangenen Monaten immer wieder Diskussionen gegeben; die Chipfabrik wird von Politik und Wirtschaft aber als Hoffnungsträger in einer strukturschwachen Region gesehen. Das Werk soll mit Verfahren für Silizium-Germanium-Kohlenstoff-Strukturen (SiGe:C) arbeiten; die entsprechenden Techniken wurden vom IHP in Zusammenarbeit mit Motorola entwickelt. Hergestellt werden sollen in Frankfurt (Oder) SiGe:C-BiCMOS-Halbleiter in einem 0,18-µm-Prozess für Kommunikationsanwendungen. (jk)