Europäische Trägerrakete Ariane 5-Plus soll auf Eis gelegt werden
Nach dem spektakulären Fehlschlag beim Jungfernflug fordert der ESA-Generaldirektor eine Entwicklungspause.
Nach dem fehlgeschlagenen Start der Trägerrakete Ariane 5-Plus beim Jungfernflug verlangt die Europäische Raumfahrtagentur ESA nun eine Entwicklungspause. "Es ist wichtiger, ein Umfeld des Vertrauens zu schaffen und ein sicheres Raketensystem zu haben", sagte ESA-Generaldirektor Antonio Rodota in Paris. Offenbar haben die Strategen aber auch die Marktentwicklung überschätzt. Laut Rodota lege es der stagnierende Markt nahe, in die vorhandene Ariane 5 zu investieren anstatt in die Entwicklung einer immer stärkeren Rakete. Die mangelnde Nachfrage in Europa kommt nicht von ungefähr: Bislang gibt es beispielsweise noch keine Einigung über die europäische GPS-Konkurrenz "Galileo" und mithin auch keine Aufträge für Raketenstarts für das immerhin 27 Satelliten umfassende System.
Der Fehlstart der Ariane 5-Plus hat indessen nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für die Wissenschaft unangenehme Folgen: Die Kometensonde Rosetta kann durch die Startverschiebung den angepeilten Kometen 46 P/Wirtanen nicht mehr erreichen. Die Sonde sollte -- zusätzlich zu detaillierten Aufnahmen aus einem Orbit -- den Rosetta Lander auf dem Kometen absetzen. Für das bislang einzigartige Projekt muss nun ein neuer Komet gefunden werden, dessen Umgebungsbedingungen für die auf Wirtanen angepasste Konstruktion der Sonde geeignet sind. (uma)