Kasparow zerfetzt Junior

Die erste Partie zwischen Garri Kasparow und dem Schachprogramm Deep Junior endete nach fĂĽrchterlichem Gemetzel und nur 27 ZĂĽgen mit einem Sieg des Menschen.

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Von
  • Lars Bremer

Der Weltranglistenerste und frühere Weltmeister Garri Kasparow hat die erste Partie seines Schaukampfes gegen das Computerprogramm Deep Junior in nur 27 Zügen überzeugend gewonnen. Kasparow führte die weißen Steine und spielte schon in der Eröffnung gewagte Bauernvorstöße. Überraschenderweise kannte sich Junior in der gespielten Variante trotz seiner riesigen Eröffnungsbibliothek schlechter aus als der Exweltmeister und dachte schon über seinen neunten Zug 20 Minuten nach.

Der Computer geriet gegen einen exzellent vorbereiteten Kasparow mit einem Springer am Königsflügel ins Abseits, während ein Springer Kasparows sich tödlich in der gegnerischen Bretthälfte festsetzte. Junior entschied sich im 17. Zug, einen Turm für das starke Pferd zu opfern. Zehn Züge später gab das Junior-Team in hoffnungsloser Situation auf; Kasparow bekam Standing Ovations vom begeisterten Publikum.

Der Wettkampf ist auf sechs Partien angesetzt, im nächsten Spiel, das am Dienstag um 21.30 Uhr stattfindet, hat Deep Junior Weiß. Das Programm, eine Weiterentwicklung des amtierenden Computerschach-Weltmeisters DeepJunior 7, läuft auf einem Rechner mit acht Xeon-Prozessoren, die mit jeweils 1,6 GHz getaktet sind. Die Partien sind live zu verfolgen unter anderem bei der ICGA (International Computer Games Association), Chessbase und beim Veranstalter x3Dworld. (lab)