Kasparow gegen Deep Junior: Die Maschine schlägt zurück
Im Schachwettkampf zwischen Garri Kasparow und dem israelischen Computerprogramm Deep Junior gewann die Maschine die dritte Partie und glich den Spielstand zum 1,5 zu 1,5 aus.
Im Schachwettkampf zwischen Garri Kasparow und dem israelischen Computerprogramm Deep Junior gewann die Maschine die dritte Partie und glich den Spielstand zum 1,5 zu 1,5 aus. Der mit Weiß spielende Exweltmeister brachte in der Eröffnung ein chancenreiches, aber sehr gewagtes Bauernopfer und schien einem rauschenden Angriffssieg entgegenzueilen, unterstützt von eher obskuren Zügen des Rechners.
Nach ungenauen Zügen verpuffte der Angriff jedoch. Kasparow verbrauchte eine Menge Zeit, um seiner Attacke wieder Leben einzuhauchen, die ihm kurz vor der Zeitkontrolle fehlte. Die Kontrahenten müssen die ersten 40 Züge innerhalb von zwei Stunden spielen, bekommen dann für die nächsten 20 Züge eine Stunde sowie 30 Minuten für den Rest der Partie. Im 32. Zug opferte Kasparow inkorrekt einen zweiten Bauern und musste sich dem emotionslos verteidigenden, durch acht 1,6-GHz-Xeons gestärkten Programm wenig später geschlagen geben.
Obwohl Kasparow in allen drei Partien das Programm überspielte und ein Zwischenstand von 3:0 für ihn möglich gewesen wäre, holte er nur magere anderthalb Pünktchen. Das ist ein für Matches gegen Computer typischer Verlauf: Der Mensch steht gut, vielleicht gar auf Gewinn, aber er schafft es gegen die furchtlose Maschine nicht, seinen Vorteil umzusetzen. Auch Kramnik sah bei seinem Schachmatch gegen das Programm Fritz in Bahrain nach den ersten Partien wie der sichere Sieger aus, bevor ihm das gleiche Missgeschick widerfuhr.
Jetzt hat Kasparow zwei Ruhetage Zeit, sich seine Wunden zu lecken, bevor er am Sonntag um 21:30 Uhr mit Schwarz zur vierten Partie antreten muss. Die Partien sind live zu verfolgen unter anderem bei der ICGA (International Computer Games Association), Chessbase und beim Veranstalter x3Dworld. (lab/c't) / (jk)