Stabiler Datentransfer über wechselnde Funknetze

In Stockholm hat Ericsson erstmalig während einer Krankenwagenfahrt medizinische Daten ohne Verbindungsabbruch nacheinander über das GSM-, UMTS- und ein WLAN-Netz übertragen.

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Am vergangenen Freitag hat Ericsson in Stockholm erstmalig während einer Krankenwagenfahrt Daten über das GSM-Netz übertragen, wobei man zunächst in ein UMTS- und dann in ein WLAN-Netz wechselte, ohne dass die Übertragung unterbrochen wurde. Im Versuch übertrugen die Techniker medizinische Daten mit Hilfe von IPv6 und laut Ericsson erstmalig gleichzeitig Sprache und Videosequenzen.

Das medizinische Notfallsystem Guardian Angel soll ohne Verbindungsunterbrechung zwischen den verschiedenen Funknetzen hin- und herschalten und selbstständig das für den jeweiligen Standort optimale Netz wählen können. Fährt ein mit dem Datenübertragungssystem ausgestatteter Krankenwagen über Land, verwendet Guardian Angel eine GPRS-Verbindung (General Packet Radio Service) über das GSM-Mobilfunknetz. In der Stadt wird automatisch auf das UMTS-Netz und im Bereich etwa eines krankenhauseigenen Funk-LANs auf dieses umgeschaltet. Dabei nutzt das Datenfunksystem bei Bedarf auch mehrere Funknetzwerke gleichzeitig, einerseits um eine möglichst hohe Bandbreite zur Verfügung zu haben, vor allem aber um bei lebenswichtigen Patientendaten die Ausfallsicherheit zu erhöhen.

Die Demonstration gehört zum EU-Projekt 6WINIT (IPv6 Wireless Internet Initiative), das unter der Federführung des University College London mobile Internetlösungen auf Basis des neuen Internet-Protokolls IPv6 fördert und validiert. (rop)