Handyparken in Berlin jetzt ohne Vignette​
Für Nutzerinnen und Nutzer der zahlreichen Park-Apps entfällt zum 1. Januar in den Parkzonen der Hauptstadt die Vignettenpflicht.
(Bild: bildobjektiv/Shutterstock.com)
Beim Handyparken in Berlin entfällt mit dem Jahreswechsel die Vignettenpflicht. Wer einen Parkschein für die Parkzonen der Hauptstadt mit einer der zahlreichen Smartphone-Apps löst, muss das ab sofort nicht mehr mit einem entsprechenden Aufkleber am Fahrzeug anzeigen. Darauf haben sich die Berliner Bezirke mit Parkraumbewirtschaftung kurz vor Weihnachten verständigt. Zugleich steigen die Parkgebühren.
Beim sogenannten "Handyparken", das Unternehmen wie Easypark, Mobilet oder Parkster, aber auch einige Kommunen selbst anbieten, lösen Nutzer ihr Parkticket per SMS oder in einer App statt am Automaten. Das kostet je nach Preismodell eine Gebühr von einigen Cent pro Parkvorgang oder eine monatliche Abo-Gebühr. Das Basisangebot von Parkster oder der Stadt München ist abgesehen von der Parkgebühr kostenlos.
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Nur gĂĽltig mit Aufkleber
In einigen Gemeinden muss das Handyparken mit einer Vignette an der Windschutzscheibe angezeigt werden. Das war neben Großstädten wie Köln, Dortmund oder Frankfurt am Main bisher auch in Berlin der Fall. Insgesamt nimmt die Zahl der Gemeinden mit Vignettenpflicht für das Handyparken langsam ab. Im Zweifelsfall sollte man den Anbieter befragen, ob am Wohnort eine Vignettenpflicht für die Teilnahme am Handyparken besteht.
Berlin will mit der Maßnahme die Einstiegshürde etwa für Touristen senken. "Durch Wegfall der Vignettenpflicht soll eine größere Nutzergruppe für das Handyparken in Berlin begeistert werden", erklärte der Charlottenburger Ordnungsstadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne). "Interessierte des Handyparkensystems, wie zum Beispiel Touristinnen und Touristen, können nun ihre Parkvorgänge ohne großen bürokratischen Aufwand per Handy-App, Anruf oder SMS komfortabler vornehmen."
ParkgebĂĽhren steigen um 1 Euro
Ebenfalls ab dem 1. Januar steigen die ParkgebĂĽhren. Der Senat hebt die nach Lage gestaffelten GebĂĽhren pro Stunde nach zehn Jahren erstmals wieder an. Die GebĂĽhren steigen von 1, 2 oder 3 Euro pro Stunde um jeweils einen Euro auf 2, 3 oder 4 Euro pro Stunde. FĂĽr Carsharing gelten reduzierte GebĂĽhren.
Zum Jahreswechsel nimmt der rot-grün-rote Senat noch weitere Änderungen an der Parkraumbewirtschaftung vor, die für weitere Verschärfungen der ohnehin schon angespannten Parksituation in den Innenstadtbezirken sorgen dürfte. Ab Januar darf man Fahrräder, Pedelecs, Lastenräder, Leichtkrafträder und Motorräder kostenlos auf Parkflächen abstellen. Damit sollen die Bürgersteige entlastet und sicherer werden.
(vbr)