IBM-Chef Raizner versteht sich nicht als Sanierer

Raizner will die internationale IBM-Strategie von CEO Palmisano in Deutschland umsetzen.

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  • dpa

Der neue Chef der IBM Deutschland,Walter Raizner, sieht sich trotz der überraschenden Ablösung seines Vorgängers durch die IBM-Zentrale in den USA nicht in der Rolle eines Sanierers. "Die IBM Deutschland ist kein Sanierungsfall. Deshalb steht dieses Thema nicht auf meiner Agenda", sagte Raizner am Freitag vor Journalisten in Hornbach bei Saarbrücken.

Der 48 Jahre alte IBM-Manager war im Januar unerwartet zum Nachfolger von Erwin Staudt (54) berufen worden, der zu den prominentesten Informationstechnologie-Managern in Deutschland zählt. Staudt -- der eigene Versäumnisse eingeräumt hatte -- übernimmt den Vorsitz des Aufsichtsrats der IBM Deutschland GmbH. "Die Anforderungen von Kunden, Geschäftspartnern und der Öffentlichkeit an das Unternehmen erfordern eine Neuaufstellung auch des Managements der IBM Deutschland", hatte das Unternehmen damals zur Ablösung von Staudt erklärt.

Nach seiner Rückkehr aus den USA, wo er für das weltweite Speichergeschäft der IBM verantwortlich war, seien ihm die negativen Rahmenbedingungen in Deutschland aufgefallen, sagte Raizner. "Der Pessimismus zieht sich hier wie ein roter Faden durch alle Bereiche, während in den USA eine viel optimistischere Stimmung herrscht." Dafür seien auch konkrete Wettbewerbsnachteile in Deutschland verantwortlich, etwa komplizierte Steuerbestimmungen und Genehmigungsverfahren oder Schwächen im deutschen Bildungssystem. "Wir müssen aufpassen, dass wir nicht in eine Abwärtsspirale hinein geraten -- weniger Forschung, weniger Investment, weniger Arbeitsplätze."

Raizner zeigte sich zuversichtlich, dass die von IBM-Chef Sam Palmisano im Oktober 2002 verkündete Strategie e-business on demand auch in Deutschland als Geschäftsmodell für die nächste Entwicklungsstufe des Internet-Zeitalters erfolgreich umgesetzt werden könne. Die Strategie umfasst nicht nur die Bereitstellung von IT-Dienstleistungen nach Bedarf (IT aus der Steckdose), sondern auch die Neudefinition von Geschäftsprozessen. "Unternehmen, insbesondere mittelständische, können so flexibler auf die immer schneller werdenden Anforderungen des Marktes reagieren und sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren."

IBM konkurriert dabei mit anderen IT-Firmen, insbesondere HP, Microsoft und Sun Microsystems, die ähnliche Konzepte verfolgen. (dpa)/ (tol)