Werbefinanzierter Mobilfunk ist gescheitert
Nachdem in den USA Xero Mobile von der Bildfläche verschwunden ist und Virgin Mobile das Angebot Sugar Mama eingestellt hat, trifft es nun auch das finnische Unternehmen Blyk: Nach dem 26. August ist Schluss mit Gratis-Mobiltelefonie in Großbritannien.
Mehrere Projekte, die jungen Menschen kostenlose Mobilfunk-Dienstleistungen im Austausch gegen das Konsumieren von Werbung bringen sollten, sind gescheitert. Nachdem in den USA Xero Mobile von der Bildfläche verschwunden ist und Virgin Mobile das Angebot Sugar Mama eingestellt hat, trifft es nun auch das finnische Unternehmen Blyk: Nach dem 26. August ist Schluss mit Gratis-Mobiltelefonie in Großbritannien.
Blyk war Ende September 2007 in Großbritannien als Untermieter in einem bestehenden Mobilfunknetz gestartet. In den ersten zwölf Monaten fanden sich über zweihunderttausend 16- bis 24-jährige Briten mit entsperrtem, MMS-fähigem Mobiltelefon, die sich eine Blyk-SIM-Karte zulegten. Entsprechend ihrem Interessenprofil erhielten sie Werbung und konnten dafür monatlich 217 SMS versenden und 43 Minuten telefonieren. Mehrverbrauch musste im Voraus bezahlt werden. Ein spezieller Musikdienst sollte den jungen Konsumenten zudem bestimmte Music-Acts näher bringen. Doch die Rechnung ist nicht aufgegangen. Alle Blyk-Dienste werden in einem Monat eingestellt, die Kunden müssen sich nun einen neuen Anbieter suchen.
Auch der geplante Start von Blyk in Deutschland, Belgien, Spanien und den Niederlanden ist abgesagt. Stattdessen geht Blyk nun Partnerschaften mit Netzbetreibern ein (bislang Orange UK und Vodafone Niederlande). Deren Kunden sollen mit Werbung beliefert werden, nähere Details dazu sind noch nicht bekannt.
Xero Mobile wollte in den USA ebenfalls werbefinanzierten Mobilfunk anbieten, schaffte es aber trotz eines Eigentümerwechsels nie aus den Startlöchern. Virgin Mobile schrieb seinen Kunden im Rahmen des Sugar Mama Projektes immerhin insgesamt mehr als 35 Millionen Gesprächsminuten gut, stellte das Angebot dann aber aus "betrieblichen Gründen" ein. Auch das netzunabhängige Angebot Blowfish Works, wo US-Konsumenten mit einer Gutschrift über einen Dollar je konsumiertem Werbevideo bedacht wurden, ist offline gegangen. (Daniel AJ Sokolov) / (pmz)