Kleinklapprechner von Fukato

Seine ersten Netbooks brachte Fukato nie auf den Markt - beim 10"-Netbook Datacask Jupiter 1014a soll das anders werden. Der 7-zöllige Windows-CE-Portable Jupiter 0730i lässt dagegen noch auf sich warten.

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Von
  • Dr. JĂĽrgen Rink

Der derzeit überhitzte Markt der Netbooks bringt Anbieter ins Schwitzen. Die erste Generation von Mini-Notebooks mit 7"-Displays und Preisen zum Teil deutlich unter 300 Euro erweiterte das Notebook-Angebot um eingeschränkt nutzbare, preiswerte Mobilgeräte. Nur acht Monate später sind die aktuellen Netbooks bereits fast so groß wie eine DIN-A4-Seite, haben ein 10,2"-Display, eine brauchbare Tastatur und eine Festplatte, die bis zu 160 GByte an Daten fasst. Abgesehen von der mageren Rechenleistung, die dennoch für viele ausreichen dürfte, sind solche Geräte schon nah dran am vollwertigen Notebook – nur eben für weniger Geld.

Zu dieser Klasse gehört auch das jetzt vorgestellte Datacask Jupiter 1014a von Fukato. Ab Ende September will Fukato das Netbook mit 10,2-Zoll-Display, Festplatte, WLAN und einer Laufzeit von maximal vier Stunden für 369 Euro verkaufen. Zunächst soll das Jupiter 1014a mit einer speziell dafür angepassten Knoppix-Linuxversion laufen, danach soll eine Version mit Windows XP folgen. Ob die Festplatte 80 oder 160 GByte fasst, lässt Fukato offen; die Windows-Version soll 399 Euro kosten. Die Hardware mit Intel Atom N270 nebst dazugehörigem Chipsatz entspricht in etwa der des Medion Akoya Mini, MSI Wind U100 und Asus Eee PC 1000H.

Fukato hatte zunächst andere Netbooks angekündigt, darunter das Jupiter 0817a mit 8-Zoll-Display und Geode-CPU. Doch diese Geräte kamen nie in den Handel. Das neue, größere Netbook soll dagegen tatsächlich verkauft werden, verspricht Fukato.

Kleinklapprechner von Fukato (11 Bilder)

Im Unterschied zu früheren Netbooks soll das Datacask Jupiter 1014a von Fukato tatsächlich in Deutschland verkauft werden.

Ob das auch für das nur 650 g leichte Jupiter 0730i gilt, steht noch nicht fest. Das ungewöhnliche Gerät kam frisch von China auf die IFA zum Fukato-Stand. Es hat ein 7-Zoll-Display und – gemessen am kleinen Gehäuse – eine erstaunlich große Tastatur. Statt x86-Hardware läuft im Gerät ein ARM-Prozessor von Samsung (400 MHz), der Speicher umfasst nur 1 GByte (64 MByte RAM) und als Betriebssystem kommt Windows CE 5.0 zum Einsatz. Wegen der genügsamen Hardware reicht der kleine Akku für bis zu fünf Stunden Laufzeit aus und das Gesamtgewicht liegt vor allem deshalb rund ein Drittel unter dem von 7-Zoll-Netbooks.

Da der Jupiter 0730i weder Touchpad noch Trackpoint hat, muss man an einen der beiden USB-Ports eine Maus anschließen. Das schränkt den Betrieb unterwegs ein. Fukato verweist hier auf das 700 g leichte Modell Jupiter 0720l mit ähnlicher Hardware, das ein Touchpad hat, konnte diese Version aber noch nicht zeigen. WLAN ist an Bord, Mobilfunk nicht.

Erinnert sich noch jemand an die Palm-size PC genannten Geräte mit Windows CE aus dem letzten Jahrtausend? Die kleinen Klapprechner wie HP Jornada 680 und Co. floppten, weil ihre Hardware zu langsam war, der Preis zu hoch war, und ein Palm-size PC weder den handlichen PDA ersetzen konnte (zu dick, zu schwer), noch das Notebook (zu klein, zu lahm). Damals gab es keine WLAN-Hotspots, heute hat man die Möglichkeit, Mails fast überall abzuholen. Ob das ausreicht, um dem Jupiter 0730i oder 0720l zu Preisen von voraussichtlich um 200 Euro zum Erfolg zu verhelfen, wird spannend zu beobachten sein - sofern er auf den Markt kommt. (jr)