Kostengünstiges Fusionskraftwerk geplant
Statt für 14 Milliarden Dollar wie beim Großprojekt ITER will das kanadische Start-up General Fusion die saubere Energieform der nächsten Generation für einen Bruchteil erreichen.
General Fusion, ein Start-up aus Vancouver, plant innerhalb der nächsten zehn Jahre einen Prototyp für ein Fusionskraftwerk – und das zu einem Preis von unter einer Milliarde Dollar. Bislang hat die kanadische Firma immerhin 13,5 Millionen Dollar von privaten und institutionellen Anlegern einsammeln können, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.
Im Gegensatz zum 14 Milliarden Dollar teuren Fusionsreaktor ITER, der in Südfrankreich gebaut wird, will General Fusion das Wunder ohne einen so genannten Tokamak vollbringen. Das ist eine Kammer aus supraleitenden Magneten, die im ITER mehrere Millionen Grad heißes Plasma so weit verdichten soll, bis die Fusion zündet. Auch Hochleistungslaser, die beim US-Fusionsprojekt National Ignition Facility (NIF) am Lawrence Livermore National Laboratory für denselben Zweck vorgesehen sind, benötigt General Fusion nicht.
Stattdessen setzt das Start-up auf eine vergleichsweise simple mechanische Technik und digitale Steuerungen. Low-Tech zwar, aber besser als alles, wovon Wissenschaftler vor 30 Jahren zu träumen wagten, heißt es von der Firma. Damit, hoffen die kanadischen Ingenieure, wollen sie das schaffen, was in den letzten Jahrzehnten der Fusionsforschung noch nicht gelungen ist: eine Kernfusion zünden, die anschließend weiterbrennt und netto mehr Energie ausspuckt, als anfänglich hineingesteckt werden musste.
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(bsc)