Appell für höhere Investitionen in Forschung und Entwicklung
Wissenschaftler und Manager fordern in einem "Innovationsappell", die Krise in Deutschland für grundlegende Investitionen in eine "hochinnovative Wirtschaft" zu nutzen.
Führende Manager und Wissenschaftler des Landes haben die Politik aufgefordert, die Wirtschaftskrise in Deutschland zu nutzen, um die Innovationskraft des Landes massiv zu stärken. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, plädieren sie in einem "Innovationsappell" für die Unterstützung einer "hochinnovativen Wirtschaft" in dem rohstoffarmen Deutschland, damit mehr Arbeitsplätze geschaffen werden können und der soziale Zusammenhalt gesichert werden kann. Die Wirtschafts- und Finanzkrise zeige, "dass nachhaltiges Wachstum nur von einer innovativen und leistungsfähigen Realwirtschaft zu erwarten ist".
Den von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft initiierten Appell haben die Ökonomen Bernd Raffelhüschen, Michael Hüther, Rolf Peffekoven und Klaus Zimmermann, der Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, Hans-Josef Bullinger, der Gründungsrektor der Fachhochschule Jena, Werner Bornkessel und der Präsident des Stifterverbandes der Deutschen Wissenschaft, Arend Oetker unterschrieben, dazu kommen die Vorstandsvorsitzenden Wulf Bernotat (Eon), Axel Heitmann (Lanxess), Heinrich Weiss (SMS Siemag), der Präsident des Automobilverbandes, Matthias Wissmann, und der ehemalige Industriepräsident Jürgen Thumann.
Die Politik müsse die Rahmenbedingungen für Wirtschaft und Wissenschaft so verändern, dass "deutlich höhere Investitionen in Forschung und Entwicklung getätigt werden und mehr Innovationen entstehen können". Förderprogramme sollten ausgebaut, einfacher und transparenter gestaltet werden, Innovationen stärker über Steuervergünstigungen gefördert werden. Auch müssten Leistungsträger in Wissenschaft und Forschung stärker als bisher in Deutschland gehalten werden, meinen die Wissenschaftler und Manager. Das Arbeits-, Dienst- und Tarifrecht müsse flexibler werden und an den Schulen müssten die naturwissenschaftlichen und mathematischen Fächer ausgebaut werden.
Der wegen seiner massiven Öffentlichkeitsarbeit immer wieder kritisierte Lobby-Verband Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft wurde Ende 1999 von den Arbeitgeberverbänden der Metall- und Elektroindustrie in die Wege geleitet, sie ging im Herbst 2000 erstmals an die Öffentlichkeit. Die INSM wird mit rund 8,8 Millionen Euro jährlich von den Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbänden finanziell getragen und logiert mit dem "Institut der Deutschen Wirtschaft" unter einem Dach in Köln am Gustav-Heinemann-Ufer. (anw)