Energiesparhaus auf der Elbe

In Hamburg entsteht zur Internationalen Bauausstellung auf einem Ponton ein hochmodernes Gebäude, das weitgehend ohne fossile Brennstoffe auskommt.

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Die Elbinsel Wilhelmsburg ist bislang außerhalb Hamburgs nur wenigen ein Begriff. Zwischen Docks und Hafenanlagen gelegen, galt sie lange als Hinterhof der Hansestadt. Doch seit drei Jahren macht sich Hamburg daran, die bislang sozial schwache Elbinsel in eine schicke Wasserstadt zu verwandeln. Im Rahmen der Internationalen Bauausstellung (IBA) können Touristen ab Ende des Jahres ein weiteres Modellprojekt bestaunen, das Hamburgs Ehrgeiz als "grüne Metropole" demonstrieren soll: das "IBA-Dock", das schwimmende Informationszentrum der Bauausstellung, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

Was auf den Entwürfen wie ein Stapel von bunten Containern auf einem Ponton wirkt, ist tatsächlich ein hochmodernes Gebäude mit einem ausgeklügelten Energiekonzept. Ausgestattet mit Solarzellen, einer solarthermischen Anlage und einem Wärmetauscher im Ponton soll das IBA-Dock der Prototyp eines schwimmendes Hauses werden, das weitgehend ohne fossile Energiequellen auskommt. Doch die Motivation hinter der Archtitektur des IBA-Dock geht noch etwas weiter: "Schwimmende Häuser sehen wir als erste Antwort auf den prophezeiten Klimawandel. Wir können Deiche nicht ewig erhöhen, sondern lassen die Häuser lieber mitschwimmen", betont der Hannoveraner Architekt Han Slawik, der den Bau entworfen hat.

Anders als bei den schwimmenden Häusern, wie sie seit einigen Jahren vor allem in den Niederlanden gebaut werden, besteht der Ponton nicht aus einem mit Beton umgossenen Styroporkern. Stattdessen wird ein Betonhohlkasten verwendet, der zurzeit in Cuxhaven gebaut wird und Ende September an seinen Platz im Müggenburger Zollhafen geschleppt wird. In die untere Wand des Pontons ist ein Rohrsystem als Wärmeübertrager eingegossen. Durch den fließt ein Wasser-Glykol-Gemisch, das der Elbe Wärme entzieht.

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(bsc)