Computex

Speicher - ein trauriges Geschäft

PC-Hauptspeicher herstellen können viele, die fertigen Module dann aber auch zu einem ordentlichen Preis an den Kunden zu bringen, ist kaum noch möglich. Kein Wunder also, wenn die Modulhersteller nach neuen Märkten Auschau halten.

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Von
  • Georg Schnurer

Ein Speicherriegel mit Heatpipe-KĂĽhler von Adata

Wer auf der Computex frustrierte Aussteller sehen will, braucht nicht lange zu suchen: Besonders lange Gesichter machen die schon seit geraumer Zeit arg gebeutelten Hersteller von Speichermodulen. Der Preisverfall bei DRAMs macht hier jedem zu schaffen. Hinzu kommt, dass sich technologisch nicht viel tut: DDR-2- und DDR-3-Module sind im Markt etabliert, und Qualitätsunterschiede lassen sich der Kundschaft nur schwer vermitteln. Besonders bei Standard-Modulen geht das Geschäft so fast ausschließlich über den Preis. Als ob das allein nicht schon frustrierend genug wäre, kommen nun auch noch die Folgen der weltweiten Rezession und generell sinkende Nachfrage hinzu – vor allem bei Desktop-Speichermodulen.

Halbwegs passable Margen gibt es fĂĽr Modulhersteller eigentlich nur noch bei Highend-Speichern fĂĽr PC-Enthusiasten und Hardcore-Gamer. Doch wer an das Geld der kleinen Schaar der "Overclocker" kommen will, muss bei Zeiten das passende Image aufgebaut haben und natĂĽrlich auch entsprechend "aufgemotzte" Speicherriegel im Programm haben. Dann gilt es freilich noch, die potenzielle Kundschaft auf den Messestand zu locken.

Speicher - ein trauriges Geschäft (9 Bilder)

Adata

Ein Showgirl ist gut, viele Showgirls sind besser fürs Geschäft, dachte sich wohl Adata.

Oder man sucht sein Heil in anderen Marktsegmenten. Bislang waren das vor allem USB-Sticks und Memory-Cards – schließlich lässt sich das bei der DRAM-Modul-Entwicklung erworbene Know-how prima auf Flash-Speicher-Produkte übertragen. Doch auch dieser Markt ist längst überlaufen. Deshalb erweitern immer mehr Hersteller ihre Produktpalette um SSD-Laufwerke. Allerdings ist das Flash-Geschäft auch nicht gerade einfach: Der Markt schwankt hier sehr stark, und einzelne größere Orders können da schon für einige Unruhe sorgen. So war auf der Computex zu hören, dass Apple wohl gerade auf Flash-Einkaufstour war, was die Preise sofort nach oben getrieben haben soll. Mancher Hersteller kann momentan gar nicht so viele Flash-Chips bekommen, wie er gern verbauen würde.

Mal ganz was anderes: Kingmax bietet jetzt Handy-Akkus an.

Da wundert es kaum, wenn sich die gebeutelten Unternehmen nach immer neuen Betätigungsfeldern umsehen, die irgendwie auch nur entfernt etwas mit "Speicher" zu tun haben. Digitale Bilderrahmen etwa, Card-Reader oder auch portable Festplatten. Wirklich überraschend war das neue Betätigungsfeld, das sich Kingmax ausgedacht hat: Es bietet fortan auch Akkus für Handys an. Zunächst nur solche für Nokia-Mobiltelefone, Austauschakkus für andere Hersteller sollen folgen, wenn der Markt das neue Produktsegment annimmt. (gs)