Wolkige Videospiele beenden den Konsolenkrieg
Cloud-Computing würde besonders leistungsfähige Konsolenhardware überflüssig machen, erklärte Denis Dyack von Silicon Knights auf der GDC in Köln.
In Zukunft könnten Videospiele vertrieben werden wie Fernsehkanäle, erklärte Denis Dyack von Silicon Knights auf der Game Developer Conference in Köln. In seinem Vortrag über die Vorteile des Cloud Computing für Spieleentwickler entwarf Dyack eine Zukunft, in der Spieler einzelne Spiele-Kanäle auf einer kleinen Box wechseln wie Fernsehprogramme. Mit nur einer Hardware hätten sie Zugriff auf einen Nintendo-, einen Microsoft- oder einen Sony-Kanal. Die Spiele würden komplett auf Server-Farmen online laufen und der Endkunde brauche nur ein kleines Gerät, das seine Eingaben weiterleitet und den Video- und Audio-Strom entgegennimmt. Letztlich werde dies den Konsolen-Krieg und die Frage nach der technisch besten Hardware beenden. Erste Anbieter wie Onlive oder Gaikai wollen diesen Ansatz bereits verfolgen.
Cloud Computing habe gegenüber herkömmlichen Distributionsmodellen den Vorteil, dass Hersteller flexibler arbeiten könnten. Sie brauchten keine Datenträger mehr produzieren und ihre Spiele könnten kontinuierlich verbessert werden. Niemand könne mehr illegale Kopien anfertigen, da jeder Nutzer einen individuellen Account bekäme. Auch könne die Cloud dafür sorgen, dass man aktuelle Spiele noch in 10 bis 20 Jahren spielen könne, was beispielsweise bei PC-Spielen vom Anfang der 90er-Jahre mitlerweile sehr schwierig sei, argumentierte Dyack.
Es sei nur eine Frage der Zeit, bis technische Hürden wie Probleme mit der Latenz behoben seien. Die Videocodecs würden ständig verbessert und die Online-Netze weiter ausgebaut. Natürlich gäbe es immer Spieler, die physikalische Datenträger bevorzugen, doch die Mehrheit der Industrie würde in Zukunft auf Cloud-Systeme umschwenken. "2009 wird in die Geschichtsbücher eingehen, in denen das Goldene Zeitalter der Videospiele zu Ende ging", sagte Dyack. Der aktuelle Trend zur digitalen Distribution sei nur der Anfang. (hag)