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Weniger ist mehr: Canon-PowerShots mit "besseren" Pixeln [Update]

Neue Modelle aus Canons PowerShot-Serie versprechen mit verringerter (!) Auflösung, optischem Bildstabilisator und lichtempfindlicheren Sensoren bessere und rauschärmere Fotos.

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Canon weiß, was (aufgeklärte) Kunden wünschen: Mit 10 Megapixeln Auflösung bei den Spitzenmodellen im Kompaktsegment setzt nun auch der Marktführer ein durchaus mutiges Zeichen gegen den Megapixelwahnsinn, der sich noch bei den Vorjahresmodellen bis auf schwindelerregende 14 Megapixel aufgeschaukelt hatte. Offensichtlich scheint sich in den Marketing-Etagen endlich die Erkenntnis durchzusetzen, dass jemand, der fünf-, sechshundert Euro für eine gute Kamera locker machen will, nicht unbedingt der Zahlenblendwerk-affinen Poser-Fraktion angehört.

Für jene Konsumenten, die sich einen erigierten DTM-Doppelauspuff an ihren Dreier-BMW schrauben, sind die beiden Top-Modelle denn auch nicht gemacht – vielmehr legte der Hersteller Wert auf fotografisch Sinnvolles (dazu gehört eben auch die gemäßigte Auflösung) und hat beim G10-Nachfolger Kundenwünsche berücksichtigt, etwa mit der Wiedereinführung des praktischen Schwenk-Displays.

Die PowerShot G11 und S90 sollen bessere Bilder vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen liefern. Ein beiden Modellen innewohnendes doppeltes Rauschreduzierungssystem, kombiniert aus einem vergleichsweise großen Sensor (1/1,7 Zoll) mit ebensolchen Pixeln in engen Abständen und verbesserter Bildverarbeitung, soll mit ISO-Werten bis zu 3200 schlechte Lichtbedingungen ausgleichen.

Canons PowerShot G11 enthält einen Bildstabilisator und einen überarbeiteten Sensor.

Im Modus "Low Light" kombinieren sie vier Pixel zu einem und sollen damit Bilder in einer Auflösung von 2,5 Megapixeln und deutlich weniger Bildrauschen liefern als bei voller Auflösung. Beide Kameras nehmen wahlweise JPEG- oder Raw-Fotos auf. Der Algorithmus "Scene Detection" analysiert Fotos auf Gesichter, Entfernung, Helligkeit, Farbe und Bewegung. Anhand der Analyse wählt er eine passende von 22 gespeicherten Aufnahme-Einstellungen aus.

Die PowerShot G11 soll ein Objektiv mit 5-fach optischem Zoom (28 bis 140 mm äquivalent zum Kleinbildformat) und einen 10-Megapixel-Sensor mitbringen. Ein Bildstabilisator verspricht laut Canon bis zu vier Blendenstufen längere Belichtung. Ein dreh- und schwenkbares LC-Display mit 2,8 Zoll Diagonale hilft bei ungewöhnlichen Blickwinkeln. Zur Wiedergabe am Fernseher besitzt die Kamera einen HDMI-Ausgang. Sie soll ab Oktober für 590 Euro erscheinen.

Die PowerShot S90 bietet einen mit verschiedenen Funktionen belegbaren Einstellring am Objektiv.

Die PowerShot S90 besitzt ein lichtstarkes Weitwinkelobjektiv (f/2,0 in WW-Stellung), ebenfalls einen 10-Megapixel-Sensor und ein 3-Zoll-Display. Über einen Steuerring am Objektiv regelt man Belichtungskorrektur, Empfindlichkeit oder wählbare Einstellungen wie Verschlusszeit, Blende, manueller Fokus und Zoom in den Stufen 28, 35, 50, 85 und 105 mm. Die PowerShot S90 soll ab Oktober für 470 Euro erhältlich sein. Erstaunlicherweise liefern die S90 und die G11 nur VGA-Video, aber vielleicht soll dieses Manko ja auch nur den fotografischen Anspruch unterstreichen.

Außerdem erscheinen die Modelle SX20 IS und SX120 IS. Die Superzoom-Kamera PowerShot SX20 IS lässt neben dem Automatikmodus auch manuelle Kontrolle zu. Sie enthält einen 12-Megapixel-Sensor und ein 2,5 Zoll großes dreh- und schwenkbares LC-Display. Außerdem erzeugt sie Videos in 720p-Auflösung (1280 x 720 Pixel). Die PowerShot SX20 erscheint laut Hersteller Ende August für gut 400 Euro.

Die PowerShot SX120 IS bietet 10 Megapixel, 10-fachen optischen Zoom und optischen Bildstabilisator. Neben dem Automatikmodus lässt sie sich ebenfalls manuell bedienen. Sie soll ebenfalls Ende August erscheinen und 240 Euro kosten.

Zu einer neuen Spiegelreflexkamera äußerte sich Canon auf der am 19. August abgehaltenen Pressekonferenz noch nicht; auf Nachfrage empfahl man aber bedeutungsschwanger den Besuch der IFA, die am 4. September in Berlin startet. (cm) / (akr)